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21. Dezember 2010

Land wählt Lörrach für das Projekt „Klimaneutrale Stadt“ aus

Lörrach ist auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt. Bei einem landesweiten Wettbewerb wurde Lörrach als eine von neun Kommunen ausgewählt. Oberbürgermeisterin Heute-Bluhm und Bürgermeisterin Dammann nahmen gestern in Stuttgart den Preis entgegen.

  1. Bürgermeisterin Marion Dammann, Umweltministerin Tanja Gönner und OB Heute-Bluhm (von links) bei der Preisverleihung in Stuttgart. Foto: BZ

LÖRRACH (BZ/dam). Er besteht aus einem 60 000 Euro teuren Gutachten . Damit kann die Stadt ökologische Projekte entwickeln. Nach dem European Energy Award in Gold und dem Titel "Energiemusterkommune" ist dies in diesem Jahr bereits der dritte Titel.

Sieben Städte und zwei Gemeinden wurden gestern in Stuttgart von Umwelt- und Verkehrsministerin Tanja Gönner als Sieger des landesweiten Wettbewerbs "Klimaneutrale Kommune" ausgezeichnet. Ziel des Wettbewerbs ist es, Modellprojekte zu entwickeln, in denen Wege aufgezeigt werden sollen, wie Städte und Gemeinden den CO2-Ausstoß langfristig auf nur noch ein bis zwei Tonnen pro Jahr und Einwohner senken können – was bereits als klimaneutral gilt. Zuletzt lag der durchschnittliche CO2-Ausstoß im Land bei 6,8 Tonnen pro Einwohner und Jahr und im bundesweiten Durchschnitt sogar bei 10,2 Tonnen. Nahezu 600 000 Euro stellt das Land über die Preisgelder für Studien zur Verfügung. Neben der Unterstützung dieser Studien stellt das Land auch eine Unterstützung für konkrete Projekte in Aussicht. "Wir wollen damit die bundesweite Vorreiterrolle beim Klimaschutz weiter ausbauen", betonte Umweltministerin Gönner.

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Und Lörrach wiederum sieht sich in einer Vorreiterrolle in Baden-Württemberg. Die Förderung ist zweckgebunden, die 60 000 Euro werden für eine Studie eingesetzt. Neben einer umfassenden Datenermittlung und einem Wärmeatlas, der zeigt, wo im Stadtgebiet am meisten Energie benötigt wird, werden darin sechs Schwerpunktthemen besonders behandelt. "Die Studie allein macht Lörrach natürlich noch nicht zur klimaneutralen Kommune, aber die Ergebnisse sind der oft so schwierige erste Schritt, der die Projekte konkret und damit umsetzbar werden lässt", so Bürgermeisterin Marion Dammann.

Das erste Schwerpunktthema der Studie ist die Energieeffizienz bei der Sanierung und dem Neubau von Gebäuden. Dazu soll untersucht werden, wie die Sanierungsrate von derzeit jährlich ein Prozent auf vier Prozent gesteigert werden kann. Das Plusenergiehaus soll in Lörrach zum Standard werden.

Sechs Schritte zur Verwirklichung der Ziele

Beim zweiten Schwerpunktthema stehen Industrie und Gewerbe im Mittelpunkt. Dabei ist die Frage, inwieweit Abwärme genutzt und Heizöl durch erneuerbare Energien ersetzt werden kann. Die Elektromobilität bildet das dritte Schwerpunktthema. Dabei sollen Möglichkeiten für eine bessere Infrastruktur, zum Beispiel die Einrichtung einer Tankstelle für Elektrofahrzeuge, oder die Nutzung von Elektrofahrzeugen im Pendlerverkehr untersucht werden. Das vierte Schwerpunktthema zielt auf die Einrichtung einer Solarinitiative ab, in deren Mittelpunkt ein Solarfonds und eine Aktion "100-Solardächer" steht. Zusätzlich soll Lörrach ein "Solares Wahrzeichen" erhalten. Das fünfte Schwerpunktthema widmet sich dem Ausbau erneuerbarer Energien zur Wärmeversorgung und verstärkter Nutzung von Kraft-Wärme-Kopplung (KWK). Dazu sollen Standorte für größere Anlagen zur Wärmeerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien und KWK-Anlagen sowie Gebiete, die sich für die Errichtung weiterer Nahwärmenetze eignen, ermittelt und ausgewiesen werden. Das letzte Schwerpunktthema befasst sich mit der Mobilisierung von Bürgern und Vertretern der Privatwirtschaft für dieses Thema. Außerdem soll die Machbarkeit eines "Energie Science Centers" mit einer interaktiven Ausstellung, einer Energie-Promenade und einem Energiespielplatz geprüft werden. "Nachdem wir bei den städtischen Gebäuden, innerhalb der Verwaltung und bei der Mobilität schon große Fortschritte erzielt haben, stellt sich die Frage, wie wir unsere Erfolge auf die gesamte Stadt übertragen können. Nun freuen wir uns über den Förderpreis und die Studie, die uns sicher wichtige Antworten liefern wird", erklärt OB Heute-Bluhm.

Autor: dam