Manege frei beim Zirkus Kaltebastra

Britta Wieschenkämper

Von Britta Wieschenkämper

Di, 05. September 2017

Lörrach

Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren studieren mit dem Zirkuspädagogen Robert Eisele eine Zirkusshow ein.

LÖRRACH. Akrobatik, Jonglage und begeisterte Zuschauer: Der kleine Zirkus Kaltebastra auf dem Gelände der Kaltenbachstiftung hatte bei seiner Aufführung alles, was ein Zirkus haben muss. Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren zeigten gemeinsam mit dem Zirkuspädagogen Robert Eisele eine tolle Zirkusshow. Das von der Bürgerstiftung geförderte Zirkusprojekt fand im Ferienprogramm der Dieter-Kaltenbach-Stiftung statt. Beim Trainieren der Nummern half Jonathan Teulière mit.

In der fünften Ferienwoche haben sich 17 Kinder in Artistik geübt, Grundzüge des Jonglierens gelernt und allerhand Kunststücke einstudiert. Am Ende der Woche zeigten die Schülerinnen dann ihren Eltern und Freunden, was sie in der Woche alles gelernt haben. Sie liefen auf Stelzen, Balken und Kugeln, sie jonglierten mit Tüchern, wirbelten rad- und purzelbaumschlagend durch die Manege und stellten sich zu waghalsigen Pyramiden auf. Die Aufführung konnte wie auch das Training im Zirkuszelt der Kaltenbachstiftung stattfinden.

Robert Eisele vom Kinder- und Jugendzirkus Ragazzi in Müllheim ist ausgebildeter Zirkuspädagoge. Das Zirkustraining stellt einen sehr wertvollen Beitrag in der Entwicklung von Kindern dar. Beim Üben des Jonglierens etwa wird das Durchhaltevermögen trainiert, die Kinder lernen Frust zu ertragen und nicht gleich zu sagen "das macht keinen Spaß". Mit dem Erfolgserlebnis ist dann auch die Lektion gelernt, dass man etwas schaffen kann, wenn man sich nicht gleich entmutigen lässt. Gleichzeitig wirke sich das Jonglieren auch positiv auf Prozesse im Gehirn aus, so Eisele.

"Für mich ist besonders wichtig, dass die Kinder im Team lernen", sagt Eisele. Sie lernen, sich gegenseitig zu vertrauen, sie erfahren beim Training, dass die anderen auf sie aufpassen. Wenn sie sich gegenseitig Hilfestelllung geben, wird das Vertrauen in andere und sich selbst gestärkt. Die Bewegungsabläufe beim Balancieren und in der Akrobatik verbessern zudem das Körpergefühl.

Die Bürgerstiftung hat das Zirkusprojekt mit ihrem Programm "Mit Los geht’s los" finanziert, wie Sebastian Kaltenbach, Leiter des Fachbereichs Gestalten bei der Kaltenbachstiftung, sagte. Hintergedanke des Programms ist, dass möglichst viele Kinder die Gelegenheit haben sollen, an Projekten wie diesem teilzunehmen, unabhängig davon, ob ihre Eltern das bezahlen können.

Deshalb ermöglicht die Stiftung jedes Jahr bis zu 160 Kindern die Teilnahme an Projekten aus den Bereichen Musikerziehung, Umweltbildung, Sport oder Museums- und Theaterpädagogik. Dieses Jahr standen drei Projekte zur Auswahl: Abenteuertage am Belchen, ein Kurs zum Zeichnen und Holzschnitt und das Zirkusprojekt Kaltebastra. Von allen Kindern, die sich für eine Teilnahme anmelden, werden jährlich diejenigen ausgelost, die mitmachen dürfen – daher der Name der Aktion: Mit Los geht’s los.