Neue Kita am Sonnenplatz eröffnet

Britta Wieschenkämper

Von Britta Wieschenkämper

Sa, 10. November 2018

Lörrach

Die räumliche Nähe zu einem Altenheim ermöglicht Austausch und gemeinsame Aktivitäten mit Alt und Jung.

LÖRRACH. Mit einem Fest feierte die Kita am Sonnenplatz ihre Neueröffnung. 20 Kinder ab drei Jahre wird sie aufnehmen. Und sie wartet mit einem ganz besonderen Konzept auf: Die Kita ist ins selbe Gebäude wie das Haus der Altenpflege in der Mozartstraße 27 eingezogen, was eine enge Kooperation der beiden Einrichtungen ermöglicht.

Der Kitabetrieb läuft schon seit Anfang Oktober, jetzt fand die offizielle Eröffnung statt. Ewald Dengler, Vorstand der Evangelischen Stadtmission Freiburg, die Träger des Pflegeheims ist, dankte am Donnerstag dem Team des Familienzentrums Kinderland für das große Engagement, mit dem es die Kita eingerichtet habe. "Das Konzept eröffnet für uns als Träger der Altenpflege neue Wege, wenn es darum geht, Jung und Alt zusammenzubringen", sagte er. Im Alltag hätten Kinder und Senioren heute wenig Berührungspunkte. Von der Kooperation profitierten Kinder und Senioren gleichermaßen.

Angelika Mauch, Geschäftsführerin des Kinderlandes, das die Kita betreibt, beschrieb das Konzept der Einrichtung gemeinsam mit Tabea Senn, die als pädagogische Mitarbeiterin zusammen mit Natascha Rasch die Kinder betreut. Die räumliche Nähe ermögliche spontanen Kontakt zwischen Heimbewohnern und Kindern, so Mauch. Die Kitakinder essen zusammen mit den Senioren im Speisesaal des Pflegeheims. Zusätzlich sind gemeinsame Aktivitäten geplant, zum Beispiel Singen, Bewegungsangebote, ein Laternenfest, eine Adventsfeier oder Spaziergänge. Die Senioren erfreuten sich am Kontakt zu den Kindern und die Kinder lernten Toleranz und Rücksichtnahme gegenüber älteren Menschen. Viele Kinder wüchsen heute weit weg von den Großeltern auf, in der Kita am Sonnenplatz könnten sie Verständnis für das Alter entwickeln. Und sie lernten, dass Krankheit und Tod zum Leben dazugehören. "Wir werden oft gefragt, ob es nicht zu früh sei, Kinder ab drei Jahren schon mit diesen Themen zu konfrontieren", sagte Mauch. Aber Kinder gingen recht unbefangen damit um – und mit einer natürlichen Neugier. Abschiede, Verluste und Sterben gehörten auch für Kinder schon zum Lebensalltag und die Auseinandersetzung damit sei ein lebenslanger Prozess. Das Kinderland betreibt auch die Gruppe "Tapfere Herzen", in der Kinder, die einen Angehörigen verloren haben, mit ausgebildeten Trauerbegleitern lernen, mit ihrer Trauer umzugehen.

Angelika Mauch dankte Anja Renkert vom Fachbereich Jugend/Schule/Sport für ihre Unterstützung bei der Einrichtung der neuen Kindertagesstätte. Auch den Architekten und den am Umbau beteiligten Firmen galt ihr Dank, denn die neu gestalteten Räume seien sehr schön und zweckdienlich geworden, sodass die Kinder und Mitarbeiterinnen sich dort sehr wohl fühlten. Gerhard Bukow, Fachbereichsleiter Jugend/Schulen/Sport sagte, die Stadt habe mit rund 21 000 Euro den Umbau bezuschusst. Die altersgemischte Kita ist täglich von 7.30 bis 16.30 Uhr geöffnet (freitags bis 14.30).