Roboter werden zu Rittern

Thomas Loisl Mink

Von Thomas Loisl Mink

Fr, 26. Oktober 2018

Lörrach

Im Schülerforschungszentrum Phaenovum findet wieder der Wettbewerb Roborave statt.

LÖRRACH. Das Schülerforschungszentrum Phaenovum richtet am 3. und 4. November in der Sporthalle Tumringen den internationalen Roboterwettbewerb Roborave aus. Bislang haben sich 25 Teams aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Polen, Ägypten und China angemeldet. Der eigentliche Wettbewerb am Sonntag, 4. November, ab 10 Uhr ist öffentlich.

"Wir veranstalten den Roborave zum dritten Mal und haben einen enormen Zuwachs an Teams", freut sich Helga Martin, Geschäftsführerin des Phaenovums. Um am Wettbewerb teilnehmen zu können, bauen und programmieren Schülerinnen und Schüler eigene Roboter, die verschiedene Aufgaben lösen müssen. Programmiersprache, Steuerung und die Art, wie man den Roboter baut, sind frei wählbar. Vier Herausforderungen haben die Roboter zu bewältigen. Bei "Jousting" wird wie im Mittelalter mit Lanzen gekämpft. Einer Linie folgend, versuchen zwei Roboter den "Ritter" – eine Alutrinkflasche – des Gegners herunterzustoßen. Bei "Line Following" gilt es, innerhalb von drei Minuten einer Linie folgend, bei der es auch Kreuzungen und Sackgassen gibt, möglichst viele Tischtennisbälle in einen Turm zu füllen.

Bei "a-MAZE-ing" soll der Roboter einer Strecke aus geneigten Holzbrettern folgen, wobei er außer Tachowerten keine Sensoren verwenden darf. Schließlich soll sich der Roboter als Feuerwehrmann betätigen. Innerhalb von drei Minuten muss er vier brennende Kerzen finden und löschen, wovon drei von freistehenden Wänden verdeckt sind. Man muss nicht an allen vier Wettbewerben teilnehmen, die steigende Schwierigkeit bietet die Möglichkeit, sich an höhere Herausforderungen heranzutasten, erklärt Projektleiter Lars Möllendorf. Insgesamt geht es darum, mit Spaß informationstechnische Probleme zu lösen, mit Kreativität, Geschick und in Teamarbeit. Die Teilnehmer lernen die Prozesse der Datenverarbeitung und die Prinzipien der Programmierung zu verstehen und dabei viel logisches Denken, sagt Möllendorf.

Immer mehr Mädchen nehmen teil

Weil das Phaenovum den Wettbewerb nicht alleine stemmen kann, unterstützen mehrere Firmen das Projekt. Sami Busch von Busch Vakuumpumpen und Systeme in Maulburg hat sich langfristig für den Wettbewerb eingesetzt, weil er sehr prozessorientiert ist und die Teilnehmer spielerisch Erfahrungen sammeln können. Wer hier mitmacht, hat Spaß an der Sache, und die Firma Busch sucht Mitarbeiter, denen die Arbeit Spaß macht.

Sami Busch hat 1996 einen Roboterwettbewerb in den USA gewonnen und arbeitet in seinem Unternehmen mit Stammsitz in Maulburg mit Robotern. "Die Gesellschaft wird sich mit der Technik verändern, die Frage ist, wie man sich da orientiert und darauf einstellt", sagt Busch. Taxifahrer sollten sich angesichts der absehbaren Zukunft mit selbstfahrenden Autos überlegen, wie sie sich darauf einstellen, meint er. "Die Technik kommt so oder so, und wenn unsere Kinder sie nicht verstehen, dann werden andere sie verstehen", betont Lars Möllendorf. Den Roboter sieht Sami Busch aber nur als Hilfsmittel, die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Roboter funktioniere sehr gut, sagt er. Das Thema Künstliche Intelligenz sieht er dagegen noch in größerer Ferne. "Komplexe Algorithmen machen noch keine Künstliche Intelligenz", stellt er fest.

Erfreulich findet Sami Busch, dass immer mehr Mädchen am Roborave teilnehmen. Mit elf Mädchen bei 55 Teilnehmern sind es dieses Mal 20 Prozent, stellt Elke Hach fest, die am Projekt mitarbeitet. Beim ersten Mal war nur ein Mädchen dabei. Das Phaenovum veranstaltet mit französischen Akteuren am 21. November auch einen "Girls Robotic Day". 17 der 25 Teams kommen aus der trinationalen Region. Insgesamt sind acht deutsche, sechs französische, drei chinesische, zwei schweizerische, zwei polnische, zwei ägyptische und zwei deutsch-schweizer Teams dabei. Der Wettbewerb beginnt am Samstag, 3. November, mit der Vorbereitung der Streckenläufe und der Prüfung der Roboter. Der Wettbewerb findet am Sonntag, 4. November, ab 10 Uhr statt und ist öffentlich. Die Preisverleihung wird gegen 16.30 Uhr sein.