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20. März 2017

Schulluft schnuppern auf dem Campus

Das Frühlingsfest der Theodor-Heuss-Realschule und der Tag der Gläsernen Schule des Hebel-Gymnasiums lockten Kinder und Eltern.

  1. Der Schokokuss im Vakuum faszinierte die Kinder. Foto: Ansgar Taschinski

  2. Ein erster Einblick in die lateinische Sprache am Hebel-Gymnasium Foto: Ansgar Taschinski

LÖRRACH. Zahlreiche Eltern und Kinder nutzten am Samstagvormittag den Tag der offenen Tür und das Frühlingsfest der Theodor-Heuss-Realschule beziehungsweise den Tag der Gläsernen Schule des Hebel-Gymnasiums, um einen Einblick in die weiterführenden Schulen zu bekommen.

An beiden Schulen stand den zahlreichen Besucherinnen und Besuchern ein breites und vielfältiges Angebot zur Auswahl. Von Einblicken in den Unterricht über interaktive Experimente in Chemie und Physik bis hin zu Sport- und Musikvorführungen galt es sich zu entscheiden.

Neben den derzeitigen Schülerinnen und Schülern des Hebel-Gymnasiums, richte sich der "Tag der Gläsernen Schule" besonders auch an die zahlreichen Viertklässler und deren Eltern, sagte Albrecht Schmidt, Direktor des Hebel-Gymnasiums. Der Tag der offenen Tür biete ihnen die Möglichkeit, einen Eindruck von der Schule zu gewinnen.

Ohne die Eltern konnten die Kinder so in drei gut besetzten Klassenzimmern eine Schulstunde lang erste Erfahrungen mit Latein sammeln. Spielerisch und anschaulich wurden so gemeinsam die ersten Lateinvokabeln gelernt und auch schon Einblicke in die Grammatik gegeben. "Ihr kennt bestimmt schon viele lateinische Wörter", sagte Lateinlehrer Henning Danckert und lieferte mit Markennamen wie Audi, Magnum oder Nivea erste Beispiele. Sei es die Übersetzung des Namens des Firmengründers Horch (Audi), die Bedeutung "das Große" (Magnum) oder die Erinnerung an die schneeweiße Farbe der Creme (Nivea): Danckert zeigte, wie allgegenwärtig die mehr als 2500 Jahre alte Sprache nach wie vor ist. Die Grundschulkinder waren begeistert bei der Sache und stellten interessiert Fragen. Auch als es darum ging, Lehnwörter in der deutschen Sprache ihren lateinischen Originalen zuzuordnen.

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In den Naturwissenschaften wurden ebenfalls Schnupperfächer angeboten. Wer miterleben wollte wie die aktuellen Fünftklässler Latein, Englisch oder Musik lernen, konnte im offenen Unterricht vorbeischauen und für die Klassenstufe sieben gab es Einführungen für die Profilwahl. Neben mehr oder minder klassischem Unterricht wurden auch zahlreiche Ausstellungen über Kunstprojekte oder das antike Rom oder Mitmachangebote bei den Schulsanitätern und Streitschlichtern angeboten.

"Das Frühlingsfest ist eine wichtige Gelegenheit, die Schulgemeinschaft zu stärken", sagte Sonja Mohren, Leiterin der Theodor-Heuss-Realschule. Die Verbindung mit dem Tag der offenen Tür ermögliche es Eltern und Grundschülern, sich einen ersten Eindruck von der Schule zu verschaffen. Auch der Austausch mit den Eltern sei wichtig, zugleich hätten diese die Möglichkeit, bereits mit den Lehrern in Kontakt zu treten. So habe sich wieder gezeigt, dass ein hoher Bedarf an Ganztagesbetreuung bestehe. Sorgen, dass die Kinder durch die wieder eingeführten Grundschulempfehlungen bereits im Vorfeld von den Lehrern abgestempelt würden, seien unberechtigt. Vielmehr erlaubten es diese, eine gute Mischung bei der Zusammensetzung der einzelnen Klassen zu gewährleisten, so Mohren.

Erst Schokoküsse beobachten, dann aufessen

Für die künftigen Fünftklässler und ihre Eltern bot sich ein buntes Programm. Allerlei Vorführungen, von Theater über Musik und Tanz bis hin zu Poetry Slam, Englisch-, Technik und Mathematikunterricht und naturwissenschaftliche Experimente fanden sich an der Theodor-Heuss-Realschule. Mit dem Programm wolle man auch den erhöhten Realitätsbezug im Unterricht der Schule zeigen, so Mohren. Anschaulich und zugleich lecker ging es in der Physik zu. Ein Schokokuss wuchs dort im Vakuum auf das Vielfache seiner ursprüngliche Größe und wurde dabei von faszinierten Kinderaugen beobachtet. Anschließend gab es für jeden einen noch unversehrten Mohrenkopf zum Essen. "Es sind heute unglaublich viele Besucherinnen und Besucher, von 200 Schokoküssen sind jetzt schon fast alle weg", sagte Physiklehrer Gerhard Laux. Auch er betonte die hohe Identifikation der Schüler mit der Schule: "Heute waren auch viele Ehemalige da, Schüler wie Lehrer."

Bei Eltern und Kindern kam das Programm im Rosenfelscampus gut an. "Wir wurden gleich von fünf Schülerinnen und Schülern durch das Schulhaus geführt", sagte Kerstin Flade. Besonders der Austausch mit diesen sei interessant gewesen. Zum Beispiel über deren persönliche Erfahrungen mit dem Wechsel von der Grund- auf die weiterführende Schule oder der Übergang von Französisch als Fremdsprache zu Englisch und Latein. Auch Helen Dotterweich schätzte den Tag der offenen Tür: "So können die Kinder die Schulen kennenlernen, andernfalls haben sie sonst keine Vorstellung, wie es in einem Gymnasium oder einer Realschule aussieht." Auch ihr Sohn Nils gefielen die vielen Angebote an diesem Tag, besonders die Experimente und – natürlich – die Schokoküsse.

Autor: Ansgar Taschinski