Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

04. Juni 2013

Sicherheitscheck fürs Rad

Mehr als nur Fahrradfahren: Viertklässler der Hebelschule lernen auch die technische Seite kennen.

  1. Bevor es auf’s Rad geht, überprüft Andreas Wochner mit den Viertklässlern, ob der Luftdruck stimmt. Foto: N. Vogt

LÖRRACH. Andreas Wochner vom Radgeschäft "Follow me" klemmt das Vorderrad des Mountainbikes zwischen seine Beine, dann ruckelt er den Lenker hin und her. "So gucken wir, dass alle Schrauben richtig fest sind", erklärt er. Um ihn herum stehen vier Viertklässler von der Hebelschule. "Kann ich auch mal probieren?", fragt eine Schülerin. Sie darf. Denn heute macht die Schultournee "Check Dein Rad" Halt an der Hebelschule. Die Kids lernen alles rund ums sichere Radfahren.

Der Schulhof der Hebelschule gleicht an diesem Vormittag einem Geschicklichkeitsparcours: Rote und gelbe Markierungshütchen wechseln sich ab mit knallroten Stäben, die die Schüler auf ihren Zweirädern umrunden müssen. Abseits des Parcours steht ein Zelt. Hier hat Andreas Wochner seine mobile Fahrradwerkstatt aufgebaut. Auf einem Tisch liegen alle möglichen Werkzeuge, daneben eine Fahrradhalterung, in die der Drahtesel zu Reparaturen eingespannt werden kann. Und mittendrin die Viertklässler – ausgestattet mit ihren bunten Rädern und Sturzhelmen.

Die Hebelschule ist in diesem Jahr die erste Station auf der "Check Dein Rad"-Tournee. Veranstalter des Projekts sind die IG Velo, das Radgeschäft "Follow me" sowie die Stadt Lörrach. Die Tour ist Bestandteil der Initiative "Radkultur" vom Landesministerium für Verkehr und Infrastruktur. "Das Projekt wird vom Land gesponsert, weil Lörrach als fahrradfreundliche Stadt gilt", erklärt Gerd Wernthaler von der IG Velo. Bereits vor mehreren Jahren startete die Interessengemeinschaft das Projekt "IG Velo macht Schule". Inhaltlich war dieser Vorreiter mit der "Check Dein Rad"-Schultournee identisch. "Dass es jetzt ein Landesprojekt ist, freut uns", sagt Wernthaler.

Werbung


An der Hebelschule nehmen die Klassen 4a und 4b an dem Projekt teil. Vor kurzem haben die Schüler ihre Fahrradprüfung abgelegt, daher passt die Aktion nun zeitlich gut in den Rahmen. Denn jetzt dürfen die Kids eigenständig mit ihren Fahrrädern zur Schule fahren. "Sie sind total stolz und motiviert", erzählt Sonja Eiche, stellvertretende Schulleiterin. Ein Fahrrad habe jeder ihrer Viertklässler. "Und auch richtig gute Räder. Das war früher nicht so", meint Gerd Wernthaler. Besonders Schüler mit Migrationshintergrund hätten in der Vergangenheit häufig kein eigenes Rad besessen. Das sei jetzt nicht mehr so, erzählt er.

Nachdem sie am Morgen ein Fahrradquiz gelöst haben, teilen sich die Schüler in zwei Gruppen auf. Abwechselnd geht es für sie in die mobile Werkstatt zum Licht-, Bremsen- und Luftdruckcheck oder auf den Geschwindigkeitsparcours, wo sie das Bremsen üben, sowie den Geschicklichkeitsparcours, wo die Verkehrsregeln trainiert werden. Für Mathias, 9 Jahre, ist klar, dass er jetzt immer mit dem Rad zur Schule fährt – wobei ihm der Hinweg deutlich mehr Spaß macht als der Rückweg: "Ich wohne auf ’nem Berg."

Autor: Nikola Vogt