Zukunftstag

So könnte das Leben im Lörrach von morgen gestaltet werden

Peter Gerigk

Von Peter Gerigk

Di, 16. Oktober 2018 um 20:23 Uhr

Lörrach

Mehr als 100 Menschen haben in 26 Projektgruppen für den "Zukunftstag Lörrach+" 30 Projekte zum Thema "Die Kraft des Lokalen" entwickelt und stellten sie am Dienstag im Burghof vor.

Dabei ging es beispielsweise um lokale Nachhaltigkeit, demokratische Teilhabe auf kommunaler Ebene, Nachbarschaftshilfe, Tauschkonzepte und Revitalisierung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Das Team des Zukunftsforums und die Akteure der Veranstalter Fairnetzt und Schöpflin-Stiftung stellten ihre Ziele und Methoden sowie anderen Tätigkeiten ebenfalls vor.

Hier ein kurzer Streifzug durch die Präsentationen, die lokales Handlungspotenzial erzeugen und Möglichkeiten bieten mitzugestalten und außerdem einen Eindruck vermitteln, wie die am Zukunftsforum beteiligten Lörracher sich die Entwicklung der Stadt und ihrer Einwohner wünschen. Denn letztlich sollen auch manche der teils schon weiter ausgearbeiteten Ideen umgesetzt werden und nicht nur reines Wunschdenken bleiben.

Gesellschaft

Lörrach wird Gemeinwohl-Gemeinde, lautet ein Vorschlag. Dies ist definiert mit Solidarität, Nachhaltigkeit, Gerechtigkeit, Menschenwürde und Mitbestimmung und soll zum "ganzheitlichen Wohlstand" beitragen. Dies sollte ein Ziel der Stadt und per Umfragen regelmäßig ermittelt werden. Ein zu schaffender Menschen-/ Kinderrechtsweg würde das Bewusstsein dafür schärfen. Eine Ausstellung soll Potentiale und Ressourcen für ein "gutes Leben in Lörrach" bewusst machen. Das Konzept dafür existiert bereits als Prototyp. Eine Onlineplattform könnte Sponsoren und Projektträger, die Sponsoren suchen, zusammenbringen. Eine Tauschbörse für private Dienstleistungen über Zeitschecks würde die Nachbarschaft fördern. Die hat auch "Nebenan.de" im Sinn. Über diese Internetseite tauschen Nachbarn sich aus und helfen sich. Handgemachte Ordner aus Holz könnten das Bewusstsein für nachhaltig produzierte Dinge und Slow Life betonen.

Wegwerfen vermeiden

Ein Reparaturführer soll Unternehmen auflisten, die reparieren, für diese werben und so zur Abfallvermeidung beitragen. Das Repair-Café gibt es schon, nun soll ein weiteres entstehen. Lebensmittelverschwendung soll bewusst gemacht und zu dessen Lösung beigetragen werden. Im Leihladen kann Müll vermieden und Geld für Anschaffungen gespart werden. Darauf zielt auch eine regelmäßig stattfindende Kleidertauschbörse ab.

Wandel

Lörrachs Stadtplan der Möglichkeiten könnte als digitale und analoge Karte Aktivitäten für sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Wandel zu mehr Nachhaltigkeit zeigen – und deren Bewertung ermöglichen. Für Kritik und mehr Bewusstsein hinsichtlich der Gestaltung von Gegenständen könnte geworben und auch dazu befähigt werden. Mit lokalem Geld soll der Geldabfluss verringert, die lokalen Wirtschaftskreisläufe gefördert und die Gemeinschaft gestärkt werden. Ein Zukunfts(t)raum könnte als Forum dienen, wo Bürger sich über relevante Entwicklungen für ihr eigenes Lebens- und Arbeitsumfeld informieren können.

Wohnen, Arbeiten, Treffen

Eigentümer erhalten für die befristete Vermietung von Wohn-/Büroräumen an Fachkräfte soziale oder handwerkliche Hilfe. Für die kostenlose Abgabe von Räumen an gemeinwohlorientierte Organisationen soll es eine zentrale Meldestelle geben. Über möglichen Wohn-Wandel sprechen seit vergangenem Jahr Mitglieder von Gruppen und eines Stammtischs. Ein Wohnportal soll wie in Basel als Plattform für Anbieter und Suchende gemeinschaftlicher Wohnformen dienen.

Als Vorlage eines Bebauungsplans auf dem Salzert wollen Bürger mit Behörden, Bürgerinitiativen, Vereinen, Schulen, Stadt und Investoren ein Konzept erarbeiten und sind damit schon fortgeschritten. In Tumringen sollen Begegnungsorte für Jugendliche entstehen. Das schon bestehende Konzept für die Gestaltung eines kinderfreundlichen Tumringer Dorfkerns soll gemeinsam umgesetzt werden. In Kursen könnte gezeigt werden, wie man einen Garten als erweiterten, gesunden Lebensraum optimal nutzt. Ein ehrenamtlich betriebenes Café in der Christuskirche gibt es bereits. Es schafft einen Begegnungsraum für Generationen.

Verkehr und Mobilität

Ein Konzept für günstige Tickets des öffentlichen Nahverkehrs soll jungen Menschen helfen. Ein mobiler Kleinstreparaturservice mit einem Lastenrad könnte bei Veranstaltungen Menschen zu einem funktionstüchtigen Fahrrad verhelfen.

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