Wo Kinder zu Schäfchen und Holzhüttenbauern werden

Lea Schnattinger

Von Lea Schnattinger

Sa, 26. Mai 2018

Lörrach

Die Dieter-Kaltenbach-Stiftung baut durch Bezuschussungen ihr offenes Ferienprogramm für Kinder aus.

LÖRRACH. Zwischen Specksteinarbeit und Traumfänger basteln: Die Dieter-Kaltenbach-Stiftung bietet verschiedenste Aktivitäten in ihrem offenen Ferienprogramm. Die Kinder wählen zum Beispiel aus, ob sie in die Leseecke oder auf den Spielplatz wollen. Eine Attraktion für sie sind auch die Tiere, um die sie sich kümmern dürfen: Es gibt Hasen, Esel und Schafe. Von 7.30 bis 17 Uhr können die Eltern Kinder in 13 Ferienwochen (außer Weihnachtsferien) von Montag bis Freitag bei der Stiftung abgeben.

Das Angebot
Bis zu 100 Kinder zwischen 6 bis 13 Jahren toben in den Schulferien über das große Areal in Stetten. 13 Betreuer, Pädagogen, Erzieher und Sozialarbeiter kümmern sich um die Schüler. Für die Betreuung gibt es zwei Modelle: die Tages- und die Wochenanmeldung. Ein Tag kostet für Kinder aus Lörrach und Weil am Rhein 7,50 Euro, weil diese Städte das Angebot bezuschussen. Kinder aus anderen Städten zahlen etwas mehr. Für 4 Euro zusätzlich gibt es ein warmes Mittagessen, jedes Kind kann aber auch sein eigenes Vesper mitbringen. Bei der Wochenanmeldung zahlen Eltern aus Lörrach und Weil am Rhein – je nach dem, ob ein nicht betreuter Feiertag dabei ist – zwischen 30 und 45 Euro. Neben diesem offenen Ferienprogramm bietet auch die Volkshochschule (VHS) bei der Dieter-Kaltenbach-Stiftung Ferienkurse an, wie Papierflieger basteln oder Töpfern mit maximal zehn Kindern.

Ausbau dank Zuschuss
Die Nachfrage ist groß. Daher hat die Dieter-Kaltenbach-Stiftung zusammen mit der Stiftung Kinderland Baden-Württemberg und der Wiedeking-Stiftung eine 25-Prozent-Stelle neu geschaffen, die die beiden letztgenannten Stiftungen mit 45 000 Euro für drei Jahre finanziell unterstützen. Diese Stelle ist für die Jugendgruppe des offenen Ferienprogramms vorgesehen und soll an zehn Wochenstunden mit einem Sozialpädagogen besetzt werden.

Die Bewerbungsphase dafür läuft noch. Ein Kandidat sei bereits im Blick, sagt Sebastian Kaltenbach, der für den Bereich Gestaltung und offenes Ferienprogramm zuständig ist. Von der neuen Stelle erhofft er sich ein breiteres Angebotsspektrum, das je nach Fähigkeiten und Interessen des Betreuers variiert: Zum Beispiel werden Heulehmskulpturen gestaltet, es gibt sportliche Aktivitäten und viele kreative Angebote und Ausflüge. Erweitert werden solle auch die Zusammenarbeit mit Schülern der Walldorf- und Mathilde-Planck-Schule, die gegen ein geringes Entgelt in den Ferien als Betreuer mitarbeiten können.

Individuelle Förderung
Zwischen all dem Bauen und Basteln sei es laut Kaltenbach besonders wichtig, den Kindern Widerstände anzubieten. So könne selbst ein Problemkind beim Hüttenbauen "zum Schäfchen" (Kaltenbach) werden. Die unterschiedlichen Interessen der Kinder anzusprechen und sie individuell zu fördern, steht neben dem Spaß an der Sache im Vordergrund. Besonders stolz ist er auf den Hüttenbauplatz, den es seit den Osterferien wieder gibt.

Wer über das große und sehr grüne Areal läuft, merkt, mit wie viel Spaß und Freude die Kinder und auch die Betreuer bei der Sache sind, egal ob beim Plätzchenbacken oder beim Hüttenbauen. Da lässt sich nur hoffen, dass durch die neue Stelle noch mehr solcher Angebote realisiert werden können und die Kinder sich noch lange mit Speckstein und Traumfänger kreativ austoben dürfen.