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29. August 2016

Zwei Häuser und ein Amt im Wandel

Band "Das Markgräflerland" mit Schwerpunkt Lörrach vorgestellt.

  1. Dem Gasthaus zur Sonne ist ein Kapitel in „Das Markgräflerland“ gewidmet – hier das Haus um das Jahr 1900. Foto: „Das Markgräflerland“ 2016

  2. Haus „Sonne“ am Alten Marktplatz heute – hier sind eine Buchhandlung, Tourist-Info und das Kulturamt untergebracht. Foto: Barbara Ruda

  3. Akteure bei der Vorstellung des Jahresbandes „Das Markgräflerland“: Axel Hüttner, Erhard Richter, Hubert Bernnat, Markus Moehring (v.li.). Rechts im Bild die Zweite Vorsitzende und Autorin Renate Reimann Foto: Ehrentreich

LÖRRACH. Lörrachs Bürgermeister, Lörrachs Museum, Lörrachs Gasthäuser – der Band 2016 der Zeitschrift "Das Markgräflerland" widmet sich im Schwerpunkt der Kreisstadt. Am Freitag wurde der 220 Seiten starke Band, den der Geschichtsverein Markgräflerland herausgibt, im Dreiländermuseum vorgestellt. Im zentralen, knapp 60 Seiten starken Beitrag schreibt Hubert Bernnat über Lörrachs Bürgermeistergeschichte in 260 Jahren.

Hubert Bernnat, Vorsitzender des Vereins und Autor des zentralen Beitrags im Jahresband, dankte vor allem dem Ehrenvorsitzenden Erhard Richter für seine Arbeit am Buch. "Ein heißer Kandidat" für den Preis des Landkreises für einen Geschichtsverein oder eine Initiative mit historischem Kontext sei der Geschichtsverein Markgräflerland, sagte Museumsleiter Markus Moehring, der das Grußwort für die Stadt übernommen hatte. Keine andere Organisation kümmere sich schon so viele Jahre so intensiv um die Erforschung der Regionalgeschichte. Außerdem sei der Band "Das Markgräflerland" das einzige Gefäß für fundierte regionalgeschichtliche Publikationen. Erhard Richter ließ die wechselvolle Vereinsgeschichte Revue passieren (Infobox).

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Der Schwerpunkt der Jahresschrift, die Axel Hüttner vorstellte, liegt in diesem Jahr auf Lörrach. Der ausführlichste Beitrag widmet sich 260 Jahren Bürgermeister- und Oberbürgermeistergeschichte und der Galerie im Rathaus, die demnächst einen neuen Ort bekommt, weil im Foyer des Rathauses der Platz nicht mehr reicht. Debatten gab es in den vergangenen Jahren um die Bewertung und Darstellung des nationalsozialistischen Bürgermeisters Reinhard Boos in der Galerie. Den Bürgermeistern "in Not und Diktatur" zwischen 1927 bis 1948 widmet Autor Hubert Bernnat ein ausführliches Kapitel, aber geht auch zurück in der Zeit der Vögte und bis in die Gegenwart.

Lars Frick schaut in einem ausführlichen Aufsatz auf die Geschichte des Hauses "Sonne", das einmal ein Gasthaus gleichen Namens war, mehrfach umgebaut wurde und seit 2015 gründlich renoviert wieder eine tragende Rolle im Stadtbild spielt. Ein Exkurs nimmt auch andere Gasthäuser und Wirtschaften in den Blick – eine der ältesten der "Wilde Mann" am Alten Marktplatz. 1897 zählte Lörrach, wohlgemerkt ohne die erst später eingemeindeten Teile Stetten, Tüllingen, Tumringen, Haagen, Hauingen und Brombach, stolze 49 Wirtschaften, das waren eine pro 130 Einwohner – man rechne das auf die heutige Zeit hoch …

Markus Moehring zeichnet in einem ebenfalls umfangreichen Aufsatz die Geschichte des Lörracher Museums vom Beginn der Sammlung 1882 über ein erstes Heimatmuseum bis zum modernen, trinational ausgerichteten Haus, das international Anerkennung genießt. Dorothea Schappacher unterwirft das Werk Paul Ibenthalers einer neuen Bewertung. 50 Jahre Burgfestspiele Rötteln lässt Erhard Richter Revue passieren. Weitere Beiträge schauen auf den Siebenbannstein nahe der Brombacher Kreuzeiche, auf Siedlungsgeschichte im Spiegel der Ortsnamen und auf Themen in anderen Teilen des Landkreises. Informationen aus dem Vereinsjahr und ein Blick in Bücher und Zeitschriften runden den Jahresband ab.

Geschichtsverein Markgräflerland

1913 gründete sich der "Historische Verein für das Markgräflerland und die angrenzenden Gebiete, der bis 1922 die "Blätter aus der Markgrafschaft" herausgab und dann mit der "Badischen Heimat" fusionierte.1927 löste sich der Verein auf, 1929 gründete sich die "Arbeitsgemeinschaft zur Pflege der Heimatgeschichte des Markgräflerlandes". Sie war Herausgeberin der Zeitschrift "Das Markgräflerland. Beiträge zu seiner Geschichte und Kultur", hinzu kommen von Zeit zu Zeit Jahrbücher. Nach Krieg und Besatzungszeit beginnt die Arbeitsgemeinschaft 1950/51 neu. 1966 wird sie ein eingetragener Verein, 1990 folgt die Umbenennung in "Geschichtsverein Markgräflerland e.V.". Der Verein hat aktuell 900 Mitglieder, darunter viele aus der Schweiz. Auf dem Höhepunkt waren es 1300 Mitglieder. Lange Zeit zweimal jährlich, seit 2012 jährlich gibt der Verein den umfangreichen Band "Das Markgräflerland" heraus. Hinzu kommen jährlich eine Tagung und eine ganztägige Exkursion.  

Autor: seh

Autor: Sabine Ehrentreich