Gastronomie

Das "Metamorphose" in Rheinfelden ist zugleich Café, Trödelladen und Kinderparadies

Leony Stabla

Von Leony Stabla

Sa, 28. April 2018 um 11:32 Uhr

Gastronomie

Das neueröffnete Café Metamorphose in Rheinfelden besticht durch eine ungewöhnliche Idee, Kinderfreundlichkeit und viel Liebe zum Detail. Ein Besuch.

Eltern kennen das Problem: In vielen Cafés sind Kinder unerwünscht. Ganz anders im neueröffneten Café Metamorphose in Rheinfelden – hier gehören Kinder zum Konzept. Das Metamorphose ist zugleich Trödelladen und irgendwie auch Blumenladen. Zu Besuch in einem Konzept-Café, das Schule machen könnte.

Gleich zehn Kinderwagen parken im Hof der ehemaligen Drogenberatung in der Rheinfelder Hebelstraße 23a – bei gutem Wetter kann man auch draußen sitzen. Kinder sind hier herzlich willkommen, deshalb gibt es auch ein extra Spielzimmer für die kleinen Besucher. Und niemand schimpft, wenn die heiße Schokolade auf dem Tischtuch statt im Magen landet.

Möbel, Geschirr, Blumen – die Gäste können alles kaufen

Ein halbhoher Tresen trennt die offene Küche optisch ein wenig vom Rest des Cafés. Und doch ist Rottmann nicht von ihren Gästen abgeschottet, sondern mitten im Geschehen. Etwas außer Atem ist sie, denn mit so einem großen Andrang hat sie gar nicht gerechnet. "Ich dachte, ich habe ein bisschen Zeit, alles vorzubereiten, bis die ersten Gäste kommen," gesteht sie, aber natürlich ist sie froh, dass ihr Trödelcafé gleich so gut angenommen wird.

"Ich hatte mir alles ein bisschen fertiger vorgestellt," sagt Rottmann lachend, "aber was soll’s, das passt zur Idee." Der stetige Wandel ist Teil des Konzepts – deshalb auch "Metamorphose". Die Gäste können in diesem Café alles kaufen – zum Beispiel ein Sofa für 100 Euro), einen Stuhl für 15 Euro, einen Tisch für 50 Euro, einen Teller für zwei Euro oder eine Blumenvase für fünf Euro.

Daher verändern sich Einrichtung und Unterhaltungsangebot – Spiele und Bücher für drei Euro – ständig. Nachschub kommt aus dem Rheinfelder Sozialkaufhaus der Arbeiterwohlfahrt, dem Schatzkästlein. Dort werden allerlei gespendete Sachen für wenig Geld verkauft – und nun auch in der Metamorphose.

Frühstücksbuffet, Rhabarberkuchen und Mittagstisch

Schwierig wird es nur dann, wenn man sein gespendetes Spielzeug hier wiederentdeckt – das ist dem Sohn der Autorin passiert. Natürlich hätte er es gerne wieder mit nach Hause genommen, doch mit ein wenig Überredungskunst durfte es dort bleiben. Dafür gibt es nun ein neues Kinderbuch mehr im Schrank.

Für besonderes Flair im Café Metamorphose sorgen zahlreiche Pflanzen und die Blumengestecke der Floristin Vanessa Malinowski. Auch die sind käuflich, ein Gesteck kostet zwischen fünf und 30 Euro.

Speisen und Getränke sind regional, biologisch, fair gehandelt

Kinder flitzen durch die Räume, krabbeln auf dem Boden herum oder sitzen auf Mamas Schoß. Daneben sitzen zwei ältere Damen bei einer Tasse Kaffee, ein Mann arbeitet am Laptop. Die Atmosphäre ist heimelig, fast wie im Wohnzimmer. Der herrlich duftende Rhabarberkuchen löst gerade das Frühstücksbuffet ab, während Dorothee Rottmann den Salat für den Mittagstisch vorbereitet.

Die Zutaten dafür kommen aus der Region, sind biologisch produziert und fair gehandelt. Das Gemüse kommt vom Hof Dinkelberg aus Wiechs, der Tee von Mutter Erde aus Steinen. Es gibt Navida-Limonade aus Lörrach und ein Craft-Bier namens St. Anna, das in einer Scheune in Herten gebraut wird. Und der Kaffee kommt von dem Freiburger Fair-Trade-Projekt Teikei Coffee.
Das Café Metamorphose in der Rheinfelder Hebelstraße 23a hat Donnerstag bis Samstag geöffnet, von 9 bis 17 Uhr.

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