Nachschlag

Japanisch Grillen: Die Kunst der Langsamkeit

Geraldine Friedrich

Von Geraldine Friedrich

So, 20. Mai 2018 um 00:11 Uhr

Gastronomie

Der Sonntag Japanisch Grillen geht anders, als es der gemeine Deutsche so kennt. Das fängt bereits mit den fremd klingenden Zutaten an und hört mit den Tempi von Zubereitung und Genuss auf.

Schon das Vorwort ("Zen und die Kunst des Grillens") stimmt auf japanische Langsamkeit ein. Hinter Mirin verbirgt sich Reiswein, hinter Dashi eine Bouillon in Pulverform, beides sollte man wie auch Sojasoße und Reisessig stets im Hause haben, empfiehlt der schwedische Buchautor und Blogger Jonas Cramby.

Und so lohnt sich für Einsteiger des japanischen und koreanischen Grillens zunächst der Blick auf die letzten Seiten des Buches mit dem Glossar. Hier werden alle Zutaten vorgestellt und erklärt. Das Kochbuch selbst gliedert sich in folgende Kapitel: Yakitori, das sind Spießchen, die mit allerlei Fleisch und/oder Gemüse auf dem offenen Feuer per Tischgrill zubereitet werden.

Yakiniku beschäftigt sich mit dem Grillen großer Fleischstücke, wie es hierzulande üblich ist. Auch dem Koreanischen BBQ widmet Grillexperte Cramby ein eigenes Kapitel. Darin finden sich Gerichte wie Bulgogi, eine Art Nationalgericht in Korea, bei dem Rindfleisch unter anderem mit Knoblauch, Ingwer und Birne mariniert wird, und Rezepte für die Beilage Kimchi, eingelegtem fermentierten Chinakohl.

Wer die Zutaten erst einmal hat, kann viele der Rezepte leicht umsetzen. Es muss ja nicht unbedingt gleich die original japanische Binchotan-Kohle zum Einsatz kommen. Besonders schön an dem Buch sind die Hintergründe und Historien zu den einzelnen Gerichten sowie die Fotografien von Roland Persson. "Japanisch Grillen" ist ein Kochbuch, das den Speisehorizont in jedem Fall erweitert, auch wenn es vielleicht erst einmal nur das eine oder andere Soßenrezept ist, das man als Leser übernimmt. Geraldine Friedrich
Japanisch Grillen von Jonas Cramby, aus dem Schwedischen von Elke Adams, Hädecke Verlag, Stuttgart, 26 Euro.