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19. Januar 2017 19:00 Uhr

Freude in Schweighausen

Mindestanteile für geplanten Dorfladen sind erfüllt

Das Bürgerprojekt für den Bau eines Dorfladens in Schweighausen hat einen Durchbruch binnen kurzer Zeit geschafft: Mit 552 gezeichneten Genossenschaftsanteilen ist das Mindestkapital gesichert.

  1. Anstelle des ehemaligen Gasthaus Sonne wollen die Bürger einen Dorfladen gründen. Foto: Christoph Breithaupt

SCHUTTERTAL-SCHWEIGHAUSEN. Das Projekt Dorfladen in Schweighausen hat eine entscheidende Hürde genommen: Das Minimum an den benötigten 500 Genossenschaftsanteilen ist schon erreicht. Damit ist der Mindestbetrag an Eigenkapital von 50 000 Euro gesichert, um den nächsten Schritt hin zur Realisierung zu gehen. "Das ist ein großer Durchbruch und ein signifikantes Zeichen für das Interesse der Bevölkerung", sagt Rainer Wenglein, Mitinitiator des Dorfladens und Vorstandsmitglied der Genossenschaft.

Am 27. Dezember ist der 500ste Genossenschaftsanteil gezeichnet worden, erklärt Rainer Wenglein. Bis heute sind noch 52 Anteile dazugekommen. "Das ist eine fantastische Entwicklung, betrachtet man die recht kurze Zeit von nicht einmal vier Monaten seit der Gründung der Genossenschaft", so sein Fazit. Das Ergebnis freue ihn und seine Mitstreiter auch deshalb, weil die Bevölkerung in den Anfängen dem Projekt noch etwas verhalten begegnet sei, was für Wenglein verständlich und gleichzeitig Antrieb gewesen sei, mit vielen Veranstaltungen Überzeugungsarbeit zu leisten.

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Denn eines sei klar gewesen: Ohne die Mitwirkung der Bürger in einer Genossenschaft gibt es keinen Dorfladen. Die aktuellen Zahlen belegen, dass die Initiative der Dorfladen AG Früchte getragen hat, denn mit bislang 264 Genossinnen und Genossen seien 25 Prozent der Bürger von Schweighausen beteiligt, so Wenglein. Mit im Boot seien auch viele Vereine und Organisationen und sogar Touristen, die "die Idee toll fanden und Anteile gekauft haben".

Wenglein betont aber auch, dass man weiterhin auf die Erhöhung der Anteile angewiesen sei. Nachdem mit dem Erreichen des Mindestbetrags von 50 000 Euro ein entscheidender Durchstoß in die nächste Projektphase geschafft ist, muss die Genossenschaft in einem weiteren Schritt eine formelle Bewilligung für den Leader-Zuschuss beantragen. Das bedeute eine konkrete Plausibilisierung der Kosten mit einem "enormen Aufwand". Hilfe dafür gibt es vom Handelsverband, sagt Wenglein.

"Die Anbieter merken,

dass die Dorfläden

Trend werden."

Rainer Wenglein
Ein weiteres Prozedere ist die Gründungsprüfung und das Erstellen eines Gründungsgutachtens für die Genossenschaft. Auch müsse man sich nun um einen Steuerberater kümmern, und die Baupläne müssten dingfest gemacht und eingereicht werden. "Hier sind wir jetzt nochmal stark als Team gefragt. Allerdings haben wir in unserem Kreis auch selbst Fachleute für verschiedene Bereiche."

Für den Betrieb des Dorfladens habe man bereits den Zuspruch von regionalen Anbietern und Direktvermarktern erhalten. Auch für das Angebot an Produkten des täglichen Bedarfs müsse gesorgt sein, wozu Gespräche mit größeren Anbietern und Handelsketten stattgefunden hätten: "Die Anbieter merken, dass die Dorfläden Trend werden und man diese Entwicklung nicht verschlafen darf. Deshalb haben sich die Konditionen gar nicht schlecht angehört." Wichtig für Wenglein und sein Team ist der Rückhalt aus der Bevölkerung, gemeinsam mit dem Dorfladen wieder einen Ort der Kommunikation und dadurch wieder mehr Lebensqualität im Bergdorf zu schaffen.

Autor: bzl