OB-Wahlkampf

Martin Horn: "Ich bin in keiner Freikirche"

Annemarie Rösch

Von Annemarie Rösch

So, 29. April 2018 um 18:54 Uhr

Freiburg

Ein Facebook-Post sorgt für Wirbel: Martin Horn segnet seine Gegenkandidaten. Was steckt hinter der Debatte um einen Auftritt des parteilosen OB-Kandidaten bei einer Freikirche?

Im Internet gibt es eine Debatte über einen Auftritt von OB-Kandidat Martin Horn bei der evangelikal-charismatischen Freikirche "International Christian Fellowship" (ICF) in Freiburg. Till Westermayer, Parlamentarischer Berater der Grünen-Fraktion im Landtag, wirft in seinem Blog die Frage auf, ob Horn Mitglied einer charismatischen Freikirche sein könnte. Horn weist dies im Gespräch mit der BZ klar von sich.

Kritik ausgelöst hatte ein Facebook-Post von ICF-Pastor Jörg Gräfingholt. Dort heißt es: "Martin Horn, OB Kandidat für Freiburg, macht eine der großartigsten Taten, die unsere Stadt braucht, er betet für unsere Stadt und segnet seine Gegenkandidaten!" Die ICF ist eine sogenannte Freikirche, die außerhalb der Institution der evangelischen Kirche steht, aber dem evangelischen Glaubensspektrum zuzurechnen ist.

Charismatische Freikirchen wollen die Gläubigen Gott direkt erleben lassen. Dies versuchen sie auch durch Musik und Tanz. In den Predigten spielt die Liebe von Jesus zu den Menschen eine zentrale Rolle. Die ICF integriert viele moderne Elemente in die Gottesdienste: Lichtshows, rockige und poppige Musik. Von der Glaubensausrichtung her ist sie aber konservativ.

"Mein Vater war sogar Vizedekan" Martin Horn
Horn betont, dass er weder Mitglied der ICF noch einer anderen evangelikalen Freikirche sei: "Ich war schon immer in der evangelischen Kirche und werde das auch mein Leben lang bleiben." Auch sein Vater, ein evangelischer Pfarrer der rheinland-pfälzischen Landeskirche, habe keine Nähe zur charismatischen Bewegung. Das wurde im Blog ebenfalls thematisiert. "Mein Vater war sogar Vizedekan", so Horn. Er selbst sei gläubiger Christ, der regelmäßig in die Kirche gehe. Zweimal sei er bei der ICF gewesen, deutlich häufiger habe er aber Gottesdienste der evangelischen und der katholischen Kirche besucht.



Wie Pastor Gräfingholt berichtet, war er es, der Horn zu einem Interview in die Gemeinde eingeladen habe. Man habe mehr über dessen Person wissen wollen. Am Ende habe er Horn gefragt, ob er für seine Gegenkandidaten beten wolle. Horn selbst sagt, dass er diesem Wunsch nachgekommen sei. "Ich habe um Fairness im Wahlkampf gebetet. Da war überhaupt nichts Abgefahrenes."