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13. November 2017 17:51 Uhr

Hochwasser im Wiesental

10.000 Sandsäcke schützten Maulburgs Trinkwasser

In einem spektakulären Einsatz haben Rettungskräfte aus dem gesamten Landkreis einen Damm aus Sandsäcken errichtet. Mit dem Wall sollten die Wasserreservoirs geschützt werden.

  1. Bei Maulburg war die Wiese über die Ufer getreten. Der Blick geht hier Richtung Gündenhausen. Foto: Regierungspräsdium Freiburg

  2. Zwischen Maulburg und Schopfheim mussten rund 150 Feuerwehrleute einen Sandsack-Wall errichten. Foto: Joel Salathe

Kritisch wurde die Hochwassersituation am Sonntag nach den zurückliegenden Starkregenfällen an der Wiese und am Gewerbekanal zwischen Maulburg und Schopfheim. Ab 7.30 Uhr stiegen die Pegelstände; von da an war die Feuerwehr Maulburg als Teil des großen Einsatzteams bis 3 Uhr nachts praktisch im Dauereinsatz.



Feuerwehrleute kontrollierten den Wiesendamm auf Sickerstellen und überwachten die Pegelstände. Die Dämme hielten. Doch im Bereich des Zusammenflusses der Kleinen und der Großen Wiese zwischen Maulburg, Gündenhausen und Langenau kam es zu einer großflächigen Überflutung. Rund 150 Einsatzkräfte errichteten auf einem Feld nahe der Stelle, wo der Gewerbekanal, der vom Wasserkraftwerk Gündenhausen in die Wiese mündet, mit rund 10.000 Sandsäcken eine behelfsmäßigen Damm.

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Damit sollte dem Ernstfall vorgebeugt werden, der aufgrund der nachlassenden Regenfälle dann doch nicht eintrat: dem Vordringen der Flut in Richtung Wasserwerk und Pumpwerk im Gewann Müschelen, wo das Trinkwasser von 25.000 Bürgern aus Städten und Gemeinden im Bereich des Zweckverbands Wasserversorgung Dinkelberg aufbereitet wird.

Das Problem an dieser Stelle sei, so Fink, dass der eigentliche Wiese-Hochwasserdamm auf Schopfheimer Gemarkung entlang des Gewerbekanals nicht weitergebaut wurde. Durch die Starkregenfälle seien enorme Wassermengen aus der Kleinen Wiese in die Große Wiese geflossen, so dass sich das Flusswasser bis zum Gewerbekanal zurückgestaut habe.

"Bis zum Übertritt der Wiese über die Ufer des Kanals haben da nicht mehr als zehn Zentimeter gefehlt, sagt Dietmar Fink. Man habe einfach Glück gehabt, dass der Regen aufgehört hat. Im schlimmsten Fall hätte die Flut, nachdem sie das Pumpwerk Müschelen erreicht hätte, weiter in den Schlierbach gelangen und über den Maulburger Kanal die Ortsmitte erreichen können.

Mindestens 150 Einsatzkräfte seien am Bau dieses rund hundert Meter langen und – je nach Abschnitt – 30 bis 50 Zentimeter hohen Walls aus Sandsäcken beteiligt gewesen, berichtet Dietmar Fink. Per Menschenkette, in der sich jeweils zwei Einsatzkräfte gegenüber standen, seien die Säcke weitergereicht worden. Ausgeleuchtet wurde dabei die Baustelle von Mitarbeitern des THW. Insgesamt dauerten die Arbeiten von 17 bis 23 Uhr.

Der behelfsmäßige Damm wird jetzt so lange stehen bleiben, bis das Regierungspräsidium den Abbau anordnet. Insgesamt waren am Sonntag mehrere hundert Rettungskräfte aus dem gesamten Landkreis im Einsatz. So waren zum Beispiel Feuerwehren aus Weil am Rhein, Kandern, Schliengen oder Bad Bellingen im Einsatz. Glücklicherweise sei niemand verletzt worden, so Fink. Auch die Sandsäcke seien aus dem gesamten Kreisgebiet herbeigebracht worden. Neben dem Großeinsatz war die Maulburger Wehr auch bei anderen Einsätzen gefordert.

Autor: Susanne Filz