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22. Januar 2011

Chemielabor steht Schülern offen

Im Dorfstübli kann man nun auch experimentieren / Versuche zu Themen wie Feuer, Wasser, Luft oder Farbe.

  1. Mit Feuereifer experimentierten die ersten Schüler im neuen Labor im Maulburger Dorfstübli. Foto: Monika Weber

MAULBURG. "Obercool" sei der erste Labortag gewesen, war die einhellige Meinung der ersten 24 "Versuchskaninchen". Zur Eröffnung des Schülerlabors Mittleres Wiesental (SMW) kam die sechste Klasse der Wiesentalschule gemeinsam mit einigen Schülern der Helen-Keller-Schule ins Maulburger Dorfstübli.

Im Kultur- und Begegnungszentrum wurden sie von Annemarie Weber begrüßt, die nach Experimentierworkshops in den Ferien die Idee zur Einrichtung eines richtigen Labors hatte. Dr. Christine Spickermann stellte das wissenschaftliche Team mit Dr. Angelika Dölle-Wichmann und Dipl.-Lab.-Chem. Monika Weber vor, erklärte die Laborregeln und händigte den Schülern die Schutzbrillen und Skripte mit Versuchsanleitungen aus. In Zweiergruppen ging es dann ans Werk.

Neben einem komplett eingerichteten Laborraum, können zwei weitere Räume für die Experimente genutzt werden. So gab es ein Feuerlabor, in dem geforscht wurde, was eine Kerze zum Brennen braucht. Nebenan im Farbenlabor wurden die Farbmischungen aus Filzstiften untersucht, mit unsichtbarer Tinte geheime Botschaften geschrieben und das Gewürz Kurkuma als Indikator für Säuren und Laugen entdeckt. Dabei arbeiteten die Schüler weitgehend selbstständig anhand der Versuchsanleitungen. Die Beobachtungen wurden dann von den Chemikerinnen so hinterfragt, dass die Schüler die Erklärungen dazu selbst finden konnten. Selbst ausprobieren, genau beobachten, hinterfragen und selbstständig Lösungen finden, ist schließlich das, was im Schülerlabor vermittelt werden soll.

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Wissen auf anderen und eigenständigen Wegen zu erlangen sei dabei der Schlüssel zum Erfolg. Noch immer sei das Image der Chemie in der Bevölkerung angeschlagen, weil viele Leute in ihrer Schulzeit nie die Erfahrung machen durften, dass Naturwissenschaften Spaß machen können. Zum Finale trafen sich die Schüler mit den begleitenden Lehrern Bernd Schiller, Waltraud Schwald, Manfred Peter und Mandy Mayenberg auf der Wiese hinter dem Dorfstübli. Zunächst wurden die zuvor geschriebenen Geheimbotschaften sichtbar gemacht. Spannung kam auf, als Dr. Christine Spickermann den wassergefüllten Ballon anzündete und mit Lycopodiumsporen Stichflammen entfachte. Im Anschluss an die Versuche, von denen die meisten auch zu Hause durchgeführt werden können, gab es für die Sechstklässler eine kleine Stärkung mit gesunden Äpfeln und Mandeln.

Möglich wurde die Einrichtung des Labors durch die Förderung seitens der Bayer Science & Education Foundation, die Projekte unterstützt, bei denen Kinder und Jugendliche an Naturwissenschaften herangeführt werden. Die Gemeinde Maulburg stellt die Räumlichkeiten zur Verfügung und kommt auch für die Strom- und Wasserrechnung auf.

Ab sofort können sich Grundschulklassen, aber auch Förderschulklassen und ältere Kindergartenkinder zum Experimentieren am Vormittag anmelden. Dabei gibt es Versuchsreihen zu den Themen Feuer, Wasser, Luft, Farbe und Mikroskopie in unterschiedlichen Anforderungsstufen, die von den Lehrkräften nach Bedarf ausgewählt werden können. Für die Nachmittagsnutzung sollen jugendliche Mentoren ausgebildet werden. Sie können mit dieser Aufgabe einen Quali-Pass erwerben, der bei Bewerbungen Türen öffnen kann. Eltern, Erzieher oder andere interessierte Personen können an abendlichen Workshops teilnehmen, so dass das Labor ganztägig genutzt werden kann. Für die Schüler soll die Nutzung kostenfrei sein. Mit einer einmaligen Spende der Sparkasse können erste Personalkosten abgedeckt werden. Für den laufenden Betrieb werden noch weitere Sponsoren gesucht.

Anmeldungen und Informationen: Dr. Christine Spickermann versuchs.daheim@
vr-web.de





Autor: Monika Weber