Das goldene Wiesel für spannende Bücher

Hans-Jürgen Hege

Von Hans-Jürgen Hege

Sa, 01. Juli 2017

Maulburg

Wiesentalschule Maulburg stellt das seit einem Jahr laufende Leseprojekt vor / Junge Lesescouts bewerten Bücher und wecken Leselust bei Gleichaltrigen.

MAULBURG. Sieben sogenannte Lesescouts vergeben seit einem Jahr an der Wiesentalschule monatlich das "Goldene Wiesel" für das beste Buch des Monats. Das Emblem hat eine Siebtklässlerin eigens kreiert. Am Donnerstag stellten die jungen Lesescouts die tolle Leseförder-Aktion ihren Mitschülern bei einer fröhlichen Veranstaltung vor.

Fünf Mädels und zwei Jungs hatten sich nach einem Workshop der Stiftung "Lesen" vor einem Jahr den freiwilligen Zusatzjob als "Lesescouts" aufgebürdet. Die Kinder fuhren auf die Idee ab, das, was sie künftig lesen, zu prämieren und auf der Schulwebseite vorzustellen. Damit ein Buch das "Goldene Wiesel" der Wiesentalschule erhält, muss es spannend sein, eine ergreifende Geschichte mit einer außergewöhnlichen Idee haben, Emotionen wecken und das Lachen sollte auch nicht zu kurz kommen. Es gibt also vier Kategorien: Spannung, Humor, gute Story und Emotionen mit jeweils fünf Sternen. Wenn insgesamt mindestens 15 Sterne verliehen werden, erhält das Buch das "Goldene Wiesel". Ob es neu auf dem Markt ist oder schon ein bisschen älter, spielt keine Rolle. Die Bekanntgabe des prämierten Buches mit einer kurzen Präsentation wird auf der Homepage jeden Monat abwechselnd von ein oder zwei Lesescouts übernommen.

Am Donnerstag stellten sechs der sieben Lesescouts – umrahmt von Beiträgen der Schulband – das Wiesel-Projekt zusammen mit ihrer Lehrerin Anne Wenner erstmals öffentlich vor. Dabei stand Lesescout Bastian Schönecker noch etwas mehr im Mittelpunkt als seine Mitstreiter. Der Schüler der Klasse 6a ist begeistert von Robison Wells Buch "Du kannst keinem trauen", das er in den vergangenen Wochen gelesen hat. Im Monat Juni gab’s dafür das "Goldene Wiesel"

"Du kannst keinem trauen" erhielt in Sachen "Spannung", "Story" und "Emotionen" die maximale Ausbeute an Sternen, also "5". Dass der "Humor" mit lediglich zwei Sternen etwas abfiel, tut in diesem Fall nichts zur Sache. Schließlich hatte die Geschichte über einen elternlosen 18-Jährigen, der ein Internat hinter hohen Mauern und ohne Erwachsene besucht, dort kameraüberwachten Unterricht und manch haarsträubende Horrorgeschichte um Bandenkriege und dunkle Geheimnisse erleben muss, zuvor schon mit dreimal fünf Sternen die 15 erreicht und damit die Bedingung für die Auszeichnung erfüllt.

Und Bastian erläuterte die Gründe, die ihn zur hervorragenden Bewertung bewogen. Das Buch sei sehr fesselnd geschrieben, die Spannung halte an bis zum Schluss und gehe schließlich in einen Psychothriller über. Die Story verdiene fünf Punkte, weil sie auch auf heutige Jugendliche projizierbar sei. Es gelten "undurchschaubare Regeln, mit denen die Jugendlichen klarkommen müssen". Die Handlung sei absolut ungewöhnlich und unvorhersehbar, wecke mit ständigem Nervenkitzel "Emotionen" (5 Sterne), bleibe dabei aber ernst (Humor: 2 Sterne), betont der junge Mann. Und er kommt zum Fazit: "Das Buch ist spannend und ungewöhnlich von der ersten bis zur letzten Seite. Man kann mit dem Lesen nicht mehr aufhören und müsse unbedingt auch den Nachfolgeband "Ihr seid nicht allein" lesen, um zu erfahren, wie sich alles aufklärt."

Info: Aktuelle Lesescouts der Wiesentalschule sind Anna- Maria Schmidt, Anna Feuerbach, Vivien Stefan, Lina Herr, Bastian Schönecker, Steve Hainke sowie Marie Engelhardt. Details über das Projekt "Goldenes Wiesel" sind zu finden unter http://mehr.bz/goldeneswiesel Dort werden auch die bislang ausgezeichneten Bücher vorgestellt