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25. August 2016

Mehr als Akrobatik und Clownerie

Zirkusprojekt des Familienzentrums und der Stadtjugendpflege regt auch Phantasie der 43 Kinder an / Morgen große Vorstellung.

  1. Nur für den Fotografen legten sie eine Pause ein, ansonsten arbeiten die Kinder eifrig an ihrer Zirkusgeschichte, die sie morgen aufführen. Foto: Frey

WEIL AM RHEIN (hf). Jede Menge junge Artisten tummeln sich seit Anfang der Woche jeden Tag auf dem Hof der Tschamberschule, in der Turnhalle und in den Räumen des Horts. Eifrig studieren sie eine Zirkusgeschichte ein, die sie am morgigen Freitag, 14.30 Uhr, in der Halle der Tschamberschule Eltern und Verwandten, aber auch allen anderen Interessierten, vorspielen.

Veranstalter dieser Zirkuswoche ist einmal mehr das Familienzentrum Wunderfitz, das dabei mit der Stadtjugendpflege und dem in Schwäbisch-Hall ansässigen Mitmachzirkus Zansiba kooperiert.

Die 45 Plätze waren schnell ausgebucht. Gekommen sind schließlich 43 Jungen und Mädchen im Alter von sechs bis zwölf Jahren aus Weil am Rhein und Umgebung.

Jeden Tag ist die Betreuung von 7.30 bis 17 Uhr gesichert, wobei das Zirkusprogramm von neun bis 16 Uhr über die Bühne geht. Deborah Schulte von der Stadtjugendpflege, Johanna Greve vom Wunderfitz sowie Praktikant Lukas Krauth übernehmen die Randzeitenbetreuung und unterstützen das achtköpfige Team des Zirkus, das insgesamt zehn Workshops anbietet. Am ersten Tag durchliefen die Kinder alle Stationen – das Spektrum reicht vom Einradfahren, über das Turnen am Trapez bis hin zu Clownerie, Jonglage und Feuerspucken – und entschieden sich dann für zwei Disziplinen, die sie an den folgenden Tagen dann unter fachkundiger Anleitung intensiv erlernten. "Die Kinder sind mit unglaublichem Eifer dabei", freut sich Deborah Schulte. Auch Pausen, ergänzt Johanna Greve, wolle niemand einlegen. Allenfalls für das gemeinsame Mittagessen, das jeden Tag von einer Großküche warm angeliefert wird, machen sie eine Ausnahme. Ja, einige nehmen ihre Utensilien sogar mit nach Hause, um weiterüben zu können.

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"Wichtig ist uns, die Kinder zur Bewegung zu animieren, ihre Koordination zu schulen und ihnen vor allem Selbstvertrauen zu vermitteln", erzählt Zirkuspädagogin Julia Johansen. Immer wieder erlebe sie, dass Kinder am ersten Tag verzagen und sich nur wenig zutrauen. "Und wenn es dann bei der Vorstellung klappt, strahlen sie voller Stolz", schildert sie.

Ein weiterer zentraler Punkt des Konzeptes besteht darin, dass die gesamte Vorstellung in eine Geschichte verpackt wird, die die Kinder selbst entwickeln. Deshalb gibt es auch einen Theaterworkshop. "Wir wollen die Phantasie anregen und einen Gegenpol zum passiven Konsumieren am Computer setzen", erklärt die Artistin und Pädagogin.

Das Konzept kommt bei den Kindern an: "Einfach toll", findet etwa die achtjährige Lela das Programm. Auch Tabea und Amelie, beide elf Jahre alt, äußern sich ganz begeistert: "Wir durften viel Neues wie etwa Feuerspucken ausprobieren, das wir zuvor noch nie gemacht haben". Die beiden Mädchen scheinen unzertrennlich, dabei haben sie sich erst im Zirkusprojekt kennengelernt.

Autor: hf