Medizinwissen

Macht Kaffee wirklich wach und stoppt die Müdigkeit?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Mo, 25. Dezember 2017 um 00:00 Uhr

Medizinmythen

Gegen den Sekundenschlaf am Steuer gibt es mannigfaltige Strategien, besonders beliebt sind Kaffee oder ein 15-minütiger Kurzschlaf. Der Hintergrund:

Im Kaffee enthaltenes Koffein schwächt die Wirkung des Botenstoffs Adenosin, der müde macht und den Schlaf steuert.

Ein kurzes Schläfchen hingegen beeinflusst den Müdemacher im Kopf, indem es hilft, Adenosin im Gehirn wieder abzubauen. Die meisten Autofahrer entscheiden sich für eine der beiden Methoden, schließlich sollen sich der flüssige Wachmacher und Schlaf in der Kombination nicht besonders gut vertragen.

Ein Fehler: Denn Koffein wirkt erst mit einer Verzögerung von 20 bis 30 Minuten, bis dahin stört es auch den Schlaf nicht. Dieser wiederum hilft bewiesenermaßen sehr gut, Müdigkeit zu reduzieren und die Aufmerksamkeit zu erhöhen. Der ADAC empfiehlt aus diesem Grunde beides: Einen Kaffee und einen kurzen Schlaf direkt im Anschluss.

Das wird auch durch Studien unterstützt. So berichteten etwa französische Forscher im Jahr 1997 im Fachblatt Psychophysiology, dass das Auftreten von Müdigkeit in einer Testgruppe nach einer Kombination aus Schlaf und Koffein bei 9 Prozent lag, mit Koffein allein jedoch bei 34 Prozent.