Medizinwissen

Soll man bei Schnupfen die Nase hochziehen oder schnäuzen?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Sa, 16. Dezember 2017 um 15:13 Uhr

Medizinmythen

Wie vielleicht bekannt, ziehen Menschen aus asiatischen Kulturen die Nase lieber hoch, als sich zu schnäuzen. Das soll gesünder sein. Stimmt das?

Alles Quatsch, weiß der vornehme Europäer – denn alles, was da schleimt und eitert, sollte aus dem Körper schnellstmöglich heraus und dies am besten durch ein trompetendes Schnäuzen.

Medizinisch betrachtet, ist es leider jedoch nicht so einfach. Denn beim Schnäuzen entsteht in der Nase ein immenser Druck. Allein ein Niesen kann Luftströme mit Geschwindigkeiten bis zu 180 Kilometern pro Stunde erzeugen. Der Druck, der beim Schnäuzen entsteht, ist noch einmal bis zum Zehnfachen höher. Dies kann die in der Nase weilenden Keime und Erreger spielend durch die Verbindungskanäle in die Nasennebenhöhlen jagen.

Dort droht dann schlimmstenfalls eine Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis). Dagegen führt das Hochziehen der Nase zu einem Unterdruck und Keime können theoretisch sogar aus den Nebenhöhlen herausgesaugt werden. Die Medical Tribune bezeichnete das Schnäuzen deswegen bereits als "europäische Unsitte". Auch HNO-Ärzte raten deswegen mittlerweile vom kraftvollen Schnäuzen ab.

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