Medizinwissen

Wie entsteht Mundgeruch?

Dennis Wolf

Von Dennis Wolf

Sa, 02. Dezember 2017 um 14:01 Uhr

Medizinmythen

Bis zu 65 Prozent der Erwachsenen leiden gelegentlich oder dauerhaft unter Mundgeruch. Die weit verbreitete Auffassung, dieser habe seinen Ursprung im leeren oder kranken Magen, ist aber falsch.

Denn übel riechender Atem, den Mediziner auch Halitosis nennen, entsteht in bis zu 90 Prozent aller Fälle im Mund- und Rachenbereich.

Verursacher sind meist Bakterien, die sich in den Zahn-Zwischenräumen, auf dem Zungenrücken oder hinten im Rachen in den Mandeln einnisten.
Für Mikroben herrschen dort optimale Lebensbedingungen: viel frische Luft, ein warmes, feuchtes Klima und immer genug Nachschub an Nahrung.

Die Bakterien ernähren sich von Nahrungsresten oder zersetzen alte abgestoßene Schleimhautzellen. Dabei entstehen Schwefelverbindungen, die nach fauligen Eiern riechen können und dann oft zum Mundgeruch führen. Auch andere Erkrankungen im Mundraum, etwa Zahnfleischentzündungen, Karies oder übermäßiger Zungenbelag verursachen manchmal Mundgeruch. Nur in wenigen Fällen ist dieses Symptom aber ein Zeichen einer anderen Erkrankung, etwa einer Magenentzündung, die einen eher sauer riechenden Mundgeruch verursacht, oder von Entzündungen der Atemwege.

Auch längeres Fasten kann wie die Zuckerkrankheit Diabetes zu schlechtem Atem führen, der nach azetonhaltigem Nagellackentferner riecht.