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Warum werden die Finger bei Kälte steif?

Henrike Berkefeld

Von Henrike Berkefeld

Di, 21. November 2017 um 16:42 Uhr

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Fällt die Außentemperatur deutlich unter 20 Grad ab, drosselt der menschliche Körper zuerst die Blutversorgung der Extremitäten. Dadurch werden die Muskeln mit weniger Enrgie versorgt.

In einer warmen Umgebung spielen Nerven, Muskeln, Sehnen, Gelenke und Haut der Hände und Unterarme bestens zusammen, damit die Finger fein beweglich sein können. Fällt die Außentemperatur aber deutlich unter 20 Grad ab, drosselt der menschliche Körper zuerst die Blutversorgung der Extremitäten. "Damit wird das warme Blut im Körperzentrum gesammelt," so Michael Sticherling, Leitender Oberarzt der Hautklinik des Universitätsklinikums Erlangen, "um lebenswichtige Organe wie Herz und Gehirn bei konstanter Temperatur halten zu können." Hierdurch kann die Temperatur der Hände je nach Umgebungstemperatur, Akklimatisierung, Gesundheitszustand oder Tageszeit durchaus unter zehn Grad abfallen, was die Gewebe in ihren Eigenschaften verändert.

Welche Faktoren dabei führend sind, wird unter Wissenschaftlern noch diskutiert. Aber klar ist heute schon: Durch die verminderte Blutzirkulation werden die Muskeln weniger mit Energie versorgt. Sie werden schwächer und "steif". Sehnen und Gelenke sind weniger elastisch, die in der Haut liegenden Tast- und Schmerzrezeptoren verändern ihre Sensitivität. Thomas Korff, Professor am Physiologischen Institut der Universität Heidelberg, rät deswegen: "Bei verfrorenen Händen kann ein schöner Glühwein Wunder wirken: Er wärmt die Hand und enthält Alkohol, was beides die Blutgefäße wieder eröffnet."

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