Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

16. April 2010

UNTERM STRICH: Von Feministen und Männerinnen

Karl-Heinz Fesenmeier ist auf ein grünes Männer-Manifest gestoßen.

Die Grünen, ihrer Zeit immer einen Tick voraus, erregen durch ein "Männer-Manifest" unsere Aufmerksamkeit. Dort erfahren wir, dass wir Männer sechs Jahre früher sterben müssen als Frauen, weil wir – Indianer, die wir nun mal sind – keinen Schmerz kennen und permanent überlastet sind. "Doch der Körper lügt nicht", schreibt Manifest-"AutorIn" Sven Lehmann. Und weil auch der Grüne an sich nicht fürs Lügen bekannt ist, wollen wir genauer hinsehen, welche Mittel das Manifest so anbietet, damit uns geholfen werden kann. "Wir wollen nicht länger Machos sein müssen, wir wollen Menschen sein!" Aha, es liegt also wiedermal an uns selber.

Die 21 Unterzeichner des Manifests, die sich reformatorisch als "männliche Feministen" (warum eigentlich nicht gleich FeministInnen?) bezeichnen, raten uns anderen 40 Millionen deutschen Geschlechtsgenossen: "Männer, gebt Macht ab! – es lohnt sich." Und dann zählen sie auf, was sie so alles damit meinen: Männer sollen krank sein dürfen, sollen schwach sein dürfen, sollen die Arbeitszeit reduzieren dürfen, sollen nicht mehr Maschinenbau studieren müssen (denn das sei nicht angeboren), sollen entschleunigen, sollen Verantwortung und Pflichten teilen dürfen. Klingt eigentlich gar nicht schlecht. Fast fühlt sich der Autor schon als RedakteurIn.

Werbung


Dass Frauen seit Jahrzehnten uns Männer ordentlich durchgendern, haben wir geduldig ertragen. Mit Kindern im Sandkasten zu spielen macht ja wirklich mehr Spaß als im Bergwerk zu schuften. Dass nun aber Männer ihresgleichen zu Männerinnen gendern, ist, evolutionär betrachtet, durchaus ungewöhnlich. Doch kann man(n) die biologische Andersartigkeit von Mann und Frau so radikal ignorieren? Man denke nur an das Kampfhormon Testosteron! Wohin damit? Es gibt ja keine Wickelwettbewerbe. Vielleicht wollen die grünen Feministen die Antworten auf so heikle Fragen lieber den Frauen überlassen. Die wussten schon immer, was für uns Männer am besten ist.

Autor: fes