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13. Oktober 2017

Einheit

Diese abwertenden Zuschreibungen sind leider wenig hilfreich

Zu: "Deutschland wächst in Minischritten zusammen", Agenturbeitrag (Politik, 2. Oktober):

Die DDR nur eine SED-Diktatur? Es betrübt mich, wenn in Zeitungsmeldungen dann von "SED-Diktatur" oder überhaupt von einer Diktatur gesprochen wird, wenn die ehemalige DDR gemeint ist. Im Zusammenhang mit Themen über die deutsche Einheit und darüber, wie schwierig es ist und war, dass die Deutschen in West und Ost "zusammen wuchsen", ist diese Charakterisierung wenig hilfreich. Die "Minischritte", mit denen eine entsprechende Analyse in der Badischen Zeitung überschrieben ist, haben durchaus auch ihre Ursachen in derartigen abwertenden Zuschreibungen.

Meine zahlreichen Begegnungen mit ehemaligen Bürgerinnen und Bürgern der DDR erlauben mir den Schluss, dass derartige gleichsam diskriminierende Zuschreibungen wie SED-Diktatur anstelle der korrekten Bezeichnung Deutsche Demokratische Republik am Selbstverständnis vieler Bürgerinnen und Bürger dieses Staates nagen.

Auf westdeutscher Seite wäre es im Interesse eines besseren Integrationsprozesses durchaus zweckmäßiger gewesen, die positiven Seiten des ehemaligen anderen deutschen Staates, seiner politischen Verfassung, seiner Wirtschaft und Kultur in den Mittelpunkt von Vergleichen zu stellen und zugleich und stets auf die Ursachen der deutschen Teilung hinzuweisen.

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Zu denken ist zum Beispiel etwa daran, dass beide politischen Systeme, in der BRD das einer westlichen Demokratie und in der DDR eine sozialistische Demokratie, nach dem Zweiten Weltkrieg einst von den Siegermächten eingerichtet wurden. Joachim Rumpf, Görwihl

Autor: Joachim Rumpf, Görwihl