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21. August 2014

Aus Müll etwas Sinnvolles gestalten

Bei der Ferienaktion "Shopping Bag" in Merdingen wurden Taschen aus Milchtüten gebastelt.

  1. Einkaufstaschen aus Milch- und Safttüten – in Merdingen wurde bei einer Ferienaktion Abfall sinnvoll wiederverwertet. Foto: Privat/Lara Walter

MERDINGEN. Aus alt mach neu – zwölf Kinder nahmen im Merdinger Clubheim an der Ferienaktion "Shopping Bag" teil und bastelten aus alten Milch- und Safttüten eine neue Tasche zum Einkaufen oder fürs Schwimmbad.

"Die Idee war, aus Müll etwas Sinnvolles zu machen", erklärte Karin Förster. Zusammen mit Michaela Utz bildete sie das Leitungsteam. Schon früh haben Beide damit begonnen, Milchtüten zu sammeln. "Im März haben wir angefangen, auch Safttüten haben wir aufbewahrt", sagte Förster. Knapp 300 Tetrapack-Tüten seien so zusammengekommen. Seit mehreren Jahren engagieren sich die zwei Frauen ehrenamtlich für das Merdinger Ferienprogramm, die diesjährige Aktion sei aber relativ spontan gewesen. "Ich kenne das Projekt von einer Kollegin aus der Realschule, dann habe ich Michaela auf dem Spielplatz getroffen und wir haben über die Idee gesprochen", so Förster. Das Projekt sei nach der Ankündigung bereits schnell ausgebucht gewesen.

Von den insgesamt knapp 300 Tüten wurden 20 Stück für eine Tasche verwendet. Am ersten Tag der Ferienaktion wurden die Milchtüten in zwei Zentimeter breite Streifen geschnitten und aneinander geklebt. 115 Streifen sind für eine solche "Shopping Bag" nötig. "Von einem Vater eines teilnehmenden Kindes haben wir eine Schneidemaschine bekommen", erklärt Michaela Utz, "das wäre sonst schwierig geworden." Nach einem Tag schneiden und kleben folgte am zweiten Tag die Königsdisziplin: das Weben.

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Durch die verschiedenen Farben der Tüten konnte jeder seine Tasche individuell gestalten. Die zehnjährige Patricia wählte aus verschiedenen Safttüten eine bunte Mischung und erklärte konzentriert: "Wenn wir einen Fehler machen, fällt das später auf. Zwar müssen wir nicht alles wieder aufmachen, aber es soll schon schön aussehen." Die ebenfalls zehnjährige Melina half Patricia bei ihrer Tasche, ihre eigene wollte sie vielleicht verschenken. Vor Beginn der Ferienaktion sei das Material, aus dem die Taschen gemacht werden, geheim gewesen. "Das hat sich interessant angehört, wir wussten ja nicht, was da dahinter steckt", so Melina. Ein Trageriemen wurde mit Nieten im letzten Arbeitsschritt angebracht.

Die gewebten Taschen können später beispielsweise für einen Schwimmbadbesuch genutzt werden. "Sie sind sehr stabil und auch wasserabweisend", erklärte Karin Förster. "Ich habe selbst eine größere, die ich zum Einkaufen benutze." Das Interesse sei sogar bei den Eltern so groß, dass im November wahrscheinlich ein Kurs für sie stattfinden wird. Viele Mütter sollen bereits angefragt haben.

Autor: Lara Walter