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22. September 2011

Große Räume sind ein großer Gewinn

Die Nachmittagsbetreuung in Merzhausen hat im Alois-Rapp-Haus jetzt mehr Platz und noch engeren Kontakt zur Schule.

  1. ... und das Aufräumen der Spülmaschine zu den Pflichten. Foto: Andrea Gallien

  2. Zwei Facetten der Nachmittagsbetreuung in Merzhausen: Das Kickerspiel gehört eher zu den Freuden... Foto: Andrea Gallien

MERZHAUSEN. Hier können es sich die Kinder schmecken lassen: Der Raum ist hell mit großer Fensterfront, auf vier großen Tischen liegen karierte Decken, niedrige Arbeitsplatten an der einen Wand, eine kindgerechte Küche an der anderen. Hier bekommen die Grundschulkinder der Hexentalschule, die die Nachmittagsbetreuung besuchen, ihr Mittagessen. Anschließend können sie sich im Spielzimmer nebenan austoben. Vieles muss sich erst noch einspielen, denn Küche und Spielzimmer sind gerade erst zu Schuljahresbeginn bezogen worden. Aber schon jetzt sind sich Kinder wie Betreuer einig: Die neuen Räume sind ein großer Gewinn.

Nicht nur die Küche ist größer als die alte, auch das Spielzimmer nebenan ist neu und viel geräumiger als das, das bislang in der Hexentalschule für die Kernzeit- und Nachmittagsbetreuung zur Verfügung stand. Hinzu kommen ein Materialraum und ein eigenes Zimmer für die Hausaufgabenbetreuung.

Seit die Hauptschule in Merzhausen geschlossen wurde, ist im Haus nicht mehr nur Platz für Klassenzimmer. Davon profitieren die Vereine, die dort bald ebenso wie die Kleinkindbetreuung einziehen werden, aber auch die Schülerbetreuung. "Früher hatten wir 80 Quadratmeter zur Verfügung", sagt Bürgermeister Christian Ante, "jetzt sind es 120".

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30 bis 40 Kinder nutzen das Angebot, in Spitzenzeiten sogar bis zu 80. Sechs Betreuungskräfte stehen zur Verfügung, Ansprechpartnerinnen für die Schule, die Eltern und die Verwaltung sind Ulrike Gensitz und Christa Steurenthaler. Schulsekretärin Sonja Rees hat im Moment jede Menge zu tun, sie nimmt die Anmeldungen entgegen. Die sind sehr vielfältig, denn die Eltern haben viele Wahlmöglichkeiten. Auf diese Weise, so Christian Ante, will man den individuellen Bedürfnissen der Eltern möglichst weit entgegen kommen.

Es gibt die Kernzeitbetreuung an allen Tagen der Woche von 7.30 bis 13.30 Uhr, die Mittagsbetreuung mit Mittagessen von 13.30 bis 14.30 Uhr und die Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenbetreuung von Montag bis Donnerstag von 14.30 bis 17 Uhr. Die Kernzeitbetreuung kostet für fünf Tage pro Woche 35 Euro im Monat, die Mittagessenbetreuung pro Wochentag 22 Euro im Monat und die Nachmittagsbetreuung pro Tag in der Woche 12 Euro im Monat. Wer also alle Angebote voll ausnutzt, zahlt pro Monat 193 Euro, und das elf Mal im Jahr. Die Kosten für den Ferienmonat August sind auf die andern Monate umgelegt. Nutzen mehrere Kinder einer Familie die Betreuung, gibt es eine Reduzierung.

Soweit zu den Kosten, die die Eltern aufbringen müssen. Für die Gemeinde, sagt Christian Ante, ist die Einrichtung der neuen und größeren Betreuungsräume "relativ wirtschaftlich" gewesen. Neben der Küche, dem Durchbruch der Wand und der neuen Tür sowie einigen Ergänzungen im Spielzimmer schlägt vor allem der Kaufpreis der Schule – die Gemeinde Merzhausen hatte das Gebäude nach der Einstellung der Hauptschule von der Verwaltungsgemeinschaft Hexental für rund eine Million Euro übernommen – zu Buche. Umgerechnet auf die Fläche entfallen davon, rechnet Ante, auf den Betreuungsbereich. Mit den Elternbeiträgen strebt die Gemeinde zumindest eine Kostendeckung für Personal und Mittagessen an.

Das Essen wird übrigens jeden Tag frisch von einer ortsansässigen Metzgerei geliefert. Die Kinder decken den Tisch, räumen das Geschirr wieder ab und die die Spülmaschine aus. Und sie lernen eine Tischkultur, sagt Ulrike Gensitz: Mit dem Essen begonnen wird erst, wenn alle am Tisch etwas auf dem Teller haben. Gegessen wird auch immer mit Messer und Gabel, was offenbar nicht für alle Kinder selbstverständlich ist. "Die Verschiebung der Erziehungsarbeit auf die Schule spiegelt sich auch hier wieder", meint dazu Christian Ante.

Es wird aber nicht nur gegessen. Morgens in der Kernzeitbetreuung gibt es zeitlich kürzere Angebote, es wird gebastelt oder auf dem Bauteppich gewerkelt, manche Kinder wollen auch einfach nur entspannen. Am Mittag gibt es vor und nach dem Essen Zeit für Spiele und Entspannung, anschließend werden die Hausaufgaben gemacht. Bis 17 Uhr gibt es dann verschiedene Projekte vom Kochen und Backen über eine Ballsport-AG bis zur Holzbearbeitung auf der großen Werkband, einem Erbstück aus Hauptschulzeiten. Auch der Innenhof der Schule soll am Nachmittag mit einbezogen und verschönert werden, zum Beispiel durch das Setzen von Blumenzwiebeln.

Schulleiterin Claudia Hoch sagt, die Schule freue sich sehr, "dass die Gemeinde so ein Angebot macht", das den Wünschen der Eltern Rechnung trage. Die Schule arbeite eng mit den Betreuerinnen und dem Betreuer zusammen, so sei das ganze Projekt ein Gewinn für alle Beteiligten.

Autor: Andrea Gallien