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10. Februar 2017

490 Menschen ein neues Zuhause

Beim städtebaulichen Entwurf für das Baugebiet Am langen Rain in Müllheim wird nachgearbeitet.

MÜLLHEIM. Feinjustierung am städtebaulichen Entwurf für das künftige Baugebiet Am langen Rain: Kernstück ist eine Verdichtung im Bereich Geschosswohnungsbau und eine veränderte Struktur der Reihenhäuser im südlichen Gebietsabschnitt. Dadurch erhöht sich die prognostizierte Zahl an Wohnungseinheiten nach dem aktuellen Stand der Planung von etwa 210 auf künftig 230 Wohneinheiten und bietet dann etwa 490 Menschen ein neues Zuhause.

Noch ist bei der Ausarbeitung des Bebauungsplans für das Gebiet MÜ1, das heute Am langen Rain heißt, nicht das letzte Wort gesprochen. Klar war bereits bei der Auslobung des städtebaulichen Wettbewerbs, dass die Siegerarbeit zwar Grundlage für den Bebauungsplan sein wird, der endgültige Plan aber durchaus von der Wettbewerbsarbeit abweichen könne. Genau das wird sich nun im laufenden Planverfahren niederschlagen.

Jetzt stellte Planer Jürgen Schill vom Freiburger Ingenieurbüro "fsp stadtplanung" den ersten Entwurf mit den eingearbeiteten Änderungen dem Bauausschuss vor. "Die Wettbewerbssieger sind im Wesentlichen mit den Änderungen einverstanden", berichtete Schill von mehreren Treffen mit den Architekten. So sieht der erste Entwurf des Bebauungsplans im Norden eine Verlegung der Wendemöglichkeit von Osten nach Westen vor. Im Bereich des geplanten Geschosswohnungsbaus soll zugunsten einer größeren Verdichtung und mehr Wohnraum auf der gleichen Grundstücksfläche drei Häuser von zwei auf drei Geschosse erhöht werden. In unmittelbarer Nähe soll ein geplantes Reihenhaus in ein Geschosswohnhaus umgewandelt werden und im zentralen Plangebiet wird ein drittes Haus zur Nachverdichtung eingeplant.

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Die langgezogenen Reihenhäuser am südlichen Gebietsrand hin zur Landesstraße in Richtung Oberweiler werden zugunsten einer Auflockerung aufgetrennt. Um den Lärmschutz zu gewährleisten – hier wirkt sich nach Auffassung des Planers der Rund-um-die-Uhr-Betrieb der benachbarten Tankstelle wesentlich aus – soll eine vier Meter hohe Schutzmauer gebaut werden. "Wie die am Ende ausgestaltet wird, soll erst im weiteren Verfahren im Detail geklärt werden", kündigte Jürgen Schill an. Etwas weiter nach Osten sollen die Einfamilienhäuser, die einen durchlässigen Gebietsrand hin zur offenen Landschaft bilden, verschoben werden.

Parallel zur Planungsphase werden verschiedene Gutachten erstellt. Manche seien bereits in den vergangenen Monaten erarbeitet worden, berichtete Schill dem Bauausschuss. Themen wie die Verkehrsplanung, die technische Erschließung, die Untersuchung des Lärms, der Umweltbericht samt Artenschutz sowie die geotechnischen und hydrogeologischen Untersuchungen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Im Rahmen des Energiekonzeptes wurde in der Sitzung des Bauausschusses bekannt, dass die Holzwärme der Stadtwerke die Wärmeenergie liefern soll. Das zumindest ist der Plan, sagte Jürgen Schill.

Zum Thema Artenschutz berichtete er, dass Landschaftsplaner Ralf Wermuth in den vergangenen Monaten zahlreiche Arten, darunter auch Fledermäuse, gesichtet habe. Das führt nun laut Planer dazu, dass Ausgleichsmaßnahmen zwingend notwendig würden. Um den Verkehr auf der Landesstraße in Richtung Zunzingen und Britzingen einzubremsen, soll das Ortsschild nach Norden verschoben werden. Der Ortschaftsrat von Niederweiler, der in das Verfahren als Gemarkungsortsteil einbezogen wird, stimmte dem ersten Entwurf zu. Das Abstimmungsergebnis erbrachte zwei Ja-Stimmen, vier Enthaltungen und keine Gegenstimme, ein Ratsmitglied war befangen. Am Ende nahm der Bauausschuss mit einem einstimmigen Votum das vorläufige Planungsergebnis zur Kenntnis und verwies das Ergebnis als Empfehlung an den Gemeinderat, der voraussichtlich Anfang April einen Beschluss zur öffentlichen Beteiligung fassen wird.

Autor: Volker Münch