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15. September 2017

Absehbares Ende der Unterversorgung

Mit dem Bauantrag für einen Rewe-Lebensmittelmarkt in der Müllheimer Innenstadt beschäftigte sich der Bauausschuss.

  1. Das alte Flaschenlager der Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim wird künftig den Rewe-Lebensmittelmarkt beherbergen. Im Oktober soll der Bauantrag positiv beschieden werden. Foto: volker Münch

MÜLLHEIM. Das Ende der Versorgungslücke mit Lebensmitteln in der Kernstadt ist absehbar: Am Mittwoch beschäftigte sich der Bauausschuss des Müllheimer Gemeinderates mit einem entsprechenden Bauantrag. Danach wird die Rewe-Gruppe einen Vollsortimenter im ehemaligen Betriebsgebäude der Winzergenossenschaft neben dem Müllheimer Rathaus einrichten. Das abschließende Votum des Ausschusses wurde für die Oktober-Sitzung angekündigt.

Einige Jahre hat es nun gedauert, um einen weiteren Lebensmittelmarkt mit Vollsortiment in der Innenstadt anzusiedeln. Besonders nach der Schließung des Rewe-Lebensmittelmarktes in der Werderstraße, dessen Verkaufsfläche wenige Monate später der Müller Drogeriemarkt für sich einnahm, gab es für die östliche Kernstadt keine adäquate Versorgung. Auch die Ansiedlung auf dem Tenckhoff-Areal mit einem Lebensmittelmarkt war bisher gescheitert. Mit dem Erwerb des leerstehenden Betriebsgebäudes der Winzergenossenschaft Schliengen-Müllheim durch einen Investor soll nun die Unterversorgung beendet werden.

Mittlerweile sind die Planungsarbeiten weit gediehen, betrachtet man Pläne und Fassadenansichten, die dem Bauantrag beigefügt sind. Das Kerngebäude, in dem früher unter anderem das Flaschenlager untergebracht war, wird teilweise entkernt. Eine Baugenehmigung hängt, das machte Jörg Feldmann von der Unteren Baurechtsbehörde des Gemeindeverwaltungsverbandes Müllheim-Badenweiler deutlich, von den Festsetzungen des Bebauungsplans Stadtkern Nord ab. Das bedeutet: Der künftige Lebensmittelmarkt wird in einem Mischgebiet angesiedelt, und das erfordert die Berücksichtigung einiger Besonderheiten. Besser gesagt: Es bedarf Ausnahmeregelungen, weil ein Lebensmittelmarkt mit einer Größe von rund 900 Quadratmetern entsprechend der geltenden Baunutzungsverordnung grundsätzlich nur in einem Kerngebiet oder in einem ausgewiesenen Sondergebiet angesiedelt werden könne. "Dazu gibt es aber Ausnahmen, die mit einer Auswirkungsanalyse überprüft werden müssen", erklärte Feldmann die Vorgehensweise. Diese Aufgabe sei erledigt worden. So sei nachgewiesen worden, dass es an diesem Standort und mit den vorgesehenen Produkten keine Auswirkungen auf benachbarte Gemeinden gebe und der festgestellten Unterversorgung in der Kernstadt entgegengewirkt werde, so dass die Ansiedlung in dem Mischgebiet möglich wird.

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So wird der eigentliche Markt im Erdgeschoss des Gebäudes angesiedelt und um einen Anbau für den Getränkemarkt ergänzt. Ein weiterer Anbau bildet den Eingangsbereich und setzt mit einem Vordach, das allerdings die bisherige Baulinie überschreitet, architektonisch einen Akzent. Die Verkaufsfläche umfasst rund 900 Quadratmeter und ist deutlich größer als die frühere Fläche in der Werderstraße. Im ersten Obergeschoss des Gebäudes werden Sozialräume untergebracht, die Restfläche auf diesem Stockwerk wie auch im zweiten Obergeschoss bleibt vorerst ungenutzt. Im ersten Untergeschoss wird eine Tiefgarage untergebracht, die über eine Rampe angefahren werden kann. Das zweite Untergeschoss dient als Lager für den Rewe-Markt.

Die beiden Zufahrten und die fußläufige Erschließung soll noch einmal mit dem Investor und Marktbetreiber im Detail abgestimmt werden. Die Stadtverwaltung will auch den Eigentümer der benachbarten Wohnanlage wegen möglicher Fußwege mit ins Boot holen. Weil noch verschiedene Stellungnahmen beteiligter Behörden und Gutachten ausstehen, entstünde durch die Gespräche keine Verzögerungen, betonte Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich. Sie geht davon aus, dass die endgültige Baugenehmigung in der Sitzung Ende Oktober erteilt werden kann.

Autor: Volker Münch