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07. Juli 2015

"Deutlich günstigere Bewertung"

Die Landesspitzen von BUND und Nabu sprechen sich ausdrücklich für den Blauen als potenziellen Windkraft-Standort aus.

  1. Blauen Foto: Julia Jacob

MARKGRÄFLERLAND (hub). Die Befürworter von Windkraftanlagen auf dem Blauen bekommen aktive Schützenhilfe von Naturschutzverbänden aus Stuttgart. In einem Brief an Müllheims Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich appellieren die Landesspitzen von BUND und Nabu, den Standort "Hohe Eiche-Blauen" wieder in die Offenlage des Teilflächennutzungsplanes aufzunehmen. Die Naturschutzverbände revidieren mit diesem Votum auch ein Stück weit ihre früheren Positionen.

In dem Schreiben an die Müllheimer Rathauschefin, das auch an die Gemeinderäte und Bürgermeister der Gemeinden Auggen, Bad Bellingen, Badenweiler, Buggingen, Malsburg-Marzell, Müllheim, Neuenburg, Schliengen und Sulzburg versendet worden ist, verweisen die BUND-Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch und der Nabu-Landesvorsitzende Andre Baumann auf eine Informations- und Diskussionsveranstaltung Ende Juni in Müllheim (die BZ berichtete). Im Zusammenhang mit dieser Veranstaltung habe man sich intensiv mit dem Windkraftstandort Blauen beschäftigt, bei der Veranstaltung selbst habe sich eine deutliche Mehrheit der Anwesenden für die Aufnahme des Blauen, insbesondere der Fläche Hohe Eiche-Blauen, in die weiteren Überlegungen zur Windkraftplanung auf dem Gebiet des Gemeindeverwaltungsverbandes (GVV) Müllheim-Badenweiler ausgesprochen.

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Pilarsky-Grosch und Baumann verweisen auch darauf, dass die Umweltschutzverbände ihre Ansicht speziell zum Standort Blauen revidiert hätten. "Im Gegensatz zur Stellungnahme unter anderem des BUND Regionalverbandes Südbaden und der Nabu-Gruppe Müllheim von vor zweieinhalb Jahren setzen wir uns heute, gemeinsam mit unseren Untergliederungen, für die Aufnahme des Blauen in die weiteren Planungen mit ein", heißt es in dem Schreiben. Anfang 2013 hatten mehrere regionale Natur- und Landschaftsschutzverbände noch gefordert, "die erste Reihe der Schwarzwaldberge" solle frei von Windkraftanlagen bleiben. Das sieht man bei BUND und Nabe im Hinblick auf den Blauen nun doch deutlich anders. In Anbetracht der Windhöffigkeit und in Abwägung zu anderen Kriterien sei er ein guter Standort – gerade auch im Vergleich mit den Alternativen, meinen die Verbände.

"Anscheinend werden keine windenergiesensiblen Tierarten negativ betroffen, das Wasserschutzgebiet kann geschützt werden und die Eingriffe in das Schutzgut Boden sind aufgrund der geplanten Nutzung von vorhandenen Terrassen auf dem Bergrücken vergleichsweise gering. Im Vergleich mit den anderen Standorten ist nach bisherigem Wissen der Blauen sowohl was Windhöffigkeit als vor allem auch was naturschutzfachliche Konflikte anbelangt als deutlich günstiger zu bewerten", lautet das Fazit von BUND und Nabu, die "vor diesem Hintergrund" um Unterstützung bei Müllheims Bürgermeisterin und GVV-Vorsitzenden Siemes-Knoblich werben.

Wie es in dem Verfahren um die Offenlage des Teilflächennutzungsplanes weitergeht, ist derweil weiter offen. Ursprünglich war das Thema für die kommende Gemeinderatssitzung am Mittwoch, 8. Juli, avisiert worden, wurde aber wieder von der Tagesordnung genommen, da die Bürgermeisterin an diesem Abend verhindert ist, bei der Diskussion aber aus verständlichen Gründen dabei sein möchte. Der Gemeinderat Sulzburg wiederum hat vor wenigen Tagen das Thema von der Tagesordnung genommen mit der Begründung, man wolle auf die Entscheidung in Müllheim warten.

Der Müllheimer Gemeinderat hatte im Gegensatz zu den anderen Räten im GVV Anfang des Jahres die Offenlage des maßgeblichen Flächennutzungsplans ohne die Fläche Hohe Eiche – Blauen abgelehnt. Damit war ein endgültiger Beschluss im GVV zunächst einmal blockiert worden.

Autor: hub