"Eine tolle Repräsentantin"

mps

Von mps

Fr, 18. August 2017

Müllheim

Niederweiler feiert frischgebackene Markgräfler Weinprinzessin.

MÜLLHEIM-NIEDERWEILER (mps). "Plötzlich Prinzessin" ist nicht nur ein Hollywood-Film, der Titel beschreibt auch den blitzartigen Start von Hannah Herrmann als Markgräfler Weinhoheit. Am Mittwochabend wurde sie nun in ihrem Heimatdorf Niederweiler mit einem großen Empfang gefeiert. Anschließend ging die "Prinzessinnenparty" auf dem Gelände der Hügelheimer Winzergenossenschaft weiter.

Schon eine halbe Stunde vor Beginn des Empfangs waren viele Menschen aus dem Dorf zur Römerberghalle gekommen. Unter ihnen die Großeltern der frischgebackenen Hoheit mit Repräsentationsaufgaben für den heimischen Wein. Oma und Opa Herrmann waren sehr angespannt, aber auch überaus glücklich – und vor allen Dingen stolz auf ihre Hannah. Diese Begeisterung teilten viele Mitbürger von Niederweiler und fanden sich zum Empfang ein. Dann der große Moment: Ihre Hoheit, Weinprinzessin Hannah Herrmann, fuhr im Zweispänner vor und war von der Masse der Gäste völlig überrascht. Dann ein kleiner Zwischenfall, der sie umgehend zur "Prinzessin der Herzen" werden ließ: Der Absatz ihres Stöckelschuhs verklemmte sich im Gitter der kleinen Treppe und schon flogen ihr ob ihrer anfangs überraschten Reaktion die Herzen der Gäste zu.

Der Hügelheimer Musikverein sorgte für den entsprechenden musikalischen Rahmen bei der Ankunft, das Publikum quittierte die Ankunft mit viel Applaus und herzlichen Zurufen. Die beiden ersten offiziellen Gratulanten waren Ortsvorsteher Michael Fischer und Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich. In der Römerberghalle erklang der Abba-Hit "Dancing Queen", später gab es gelungene Liedeinlagen des Gesangvereins.

"Die Hannah ist ein echtes Niederwilemer Maidle", sagte Ortsvorsteher Fischer stolz. Immerhin sei es über 100 Jahre her, dass sich das Dorf an hochadeligen Vertretern erfreuen durfte, stellte er mit einem Augenzwinkern fest. Damals waren es Familienmitglieder des markgräflichen Fürsten, jetzt ist es eine Prinzessin auf Zeit. Besser hätte nach Ansicht Fischers die Jury nicht entscheiden können, weil Hannah Herrmann Weinwissen bereits mit der Muttermilch aufgesogen habe.

"Du schreibst mit deiner Regentschaft ein neues Kapitel in unserer Ortschronik", freute sich der Ortsvorsteher. Auch für die Stadt kam die Wahl überraschend, erinnerte sich Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich an den Moment, als am Morgen des 4. August eine E-Mail auf ihrem Monitor "aufploppte". In jenem Moment war das Juryergebnis noch absolute Geheimsache, die Bürgermeisterin aber für die abendliche Zeremonie beim Markgräfler Weinfest in Staufen mit dieser Vorabmeldung (inklusive Verschwiegenheitspflicht) entsprechend informiert. "Ich habe mich riesig gefreut, dass jemand aus unserer Stadt Weinprinzessin wird", erklärte die Bürgermeisterin und verwies darauf, dass nun die Hoheit aus der größten Weinanbaugemeinde des Markgräflerlandes stammt. "Sie werden eine ganz tolle Repräsentantin sein", zeigte sich Siemes-Knoblich überzeugt.

"Eine bessere Repräsentantin als Dich kann das Markgräflerland kaum bekommen", betonte auch Ernst Nickel, der Vorsitzende des Bereichs Markgräflerland beim Badischen Weinbauverband. Herrmanns Wissen und die Fähigkeit, dieses Wissen zu kommunizieren habe die Jury zu Standing Ovations nach der Wahl veranlasst, berichtete Nickel. "Du bist eine so nette, fröhliche Person, die nun unseren Wein repräsentieren wird", sagte Gerhild Warther von der Hügelheimer Winzergenossenschaft, der der Vater Jürgen Herrmann als Vorsitzender vorsteht. "Ich werde dir mit Rat und Tat gerne zur Seite stehen", verspricht die badische Weinkönigin Franziska Aatz, die im Jahr zuvor als höchste Markgräfler Repräsentantin in Amt und Würde war. Eine Überraschung bereiteten die Winzer jenseits des Rheins der neuen Weinhoheit. Eine Repräsentantin der Winzer aus Hügelheims Partnergemeinde Uffholtz überreichte ein Präsent und die Einladung zu einem Fest im November.

"Ich freue mich auf viele nette Begegnungen und auf viele schöne Erfahrungen", erklärte Hannah Herrmann am Ende des Empfangs. Sie sei sehr neugierig auf das kommende Jahr und freue sich darauf, für den Markgräfler Wein über die Grenzen der Region hinaus werben zu dürfen. Weil das auch viele weite Wege und Anfahrten bedeutet, erhielt sie vom Autohaus Ernst und König ihren eigenen Dienstwagen. Mit dem entsprechenden Schriftzug an den Seiten ist die Prinzessinnenkarosse nun startklar für die "Mission Markgräfler Wein".