Kontakt auch zur ISS

Volker Münch

Von Volker Münch

Mi, 06. September 2017

Müllheim

ZUM TAG DES HELFERS: Die Markgräfler Amateur-Funker können im Ernstfall eine wertvolle Hilfe sein.

MÜLLHEIM. Einen beeindruckenden Querschnitt ihrer Einsatzbereitschaft und Aufgabenvielfalt zeigen die Müllheimer Rettungs- und Sicherheitsorganisationen beim "Tag des Helfers" am 10. September in der Müllheimer Innenstadt. Vor vier Jahren fand der letzte anlässlich des Jubiläums der Müllheimer Feuerwehr statt, in diesem Jahr feiert das Technische Hilfswerk sein 50-jähriges Bestehen. In einer kleinen Serie stellt die Badische Zeitung die teilnehmenden Organisationen vor. In dieser Folge werden die Markgräfler Amateur-Funker im Deutschen Amateur-Radio-Club (DARC) in einem Kurzporträt vorgestellt.

Die Amateur-Funker sind grundsätzlich keine Hilfsorganisation im klassischen Sinn. Ihr Engagement, sich mit einer eigenen Funkstation im Kurzwellenbereich, im UKW-Funk und neuerdings auch in den digitalen Betriebsarten weltweit mit Gleichgesinnten per Funk zu verbinden, kann aber im Ernstfall eine wertvolle Hilfe für die Rettungs- und Hilfsorganisationen sein, wenn die entsprechenden Kommunikationswege ausfallen. Zwar ist der Dienst der Amateur-Funker in keinem Katastrophenschutzplan verzeichnet, er kann aber bei einem großflächigen Stromausfall die Hilfs- und Rettungsorganisationen mit netzunabhängigen Geräten unterstützen. Denn die heutige Funktechnik der "Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben" (BOS) ist auf eine entsprechende Energieversorgung bei Antennen, Umsetzern und digitalen Vermittlungsstellen angewiesen. Bei sogenannten "Fielddays", zu Deutsch "Feldtagen", rücken die Amateur-Funker ins freie Gelände aus und üben den Notfunkbetrieb jährlich.

Amateurfunk ist aber noch mehr: So wirbt die Markgräfler Gruppe des DARC mit dem Slogan "Abwechslungsreicher Spaß für technisch Interessierte". Die Funker umspannen mit ihren Geräten nicht nur weltweit die Kommunikation, sie bieten auch ganz abwechslungsreiche Projekte. Eines davon ist das Amateurfunkfernsehen und die Erde-Mond-Erde-Funkverbindung. Die Amateurfunker haben auch immer wieder Kontakt zur internationalen Raumstation ISS. Es geht aber auch ganz einfach mit Stationen, die über die kleinste Leistung ausschließlich für die Morsetelegrafie verfügen. Natürlich haben der Computer und die Digitaltechnik ebenfalls Einzug in den Amateurfunk, oder besser gesagt in einen Teilbereich, erhalten. Manchmal ist auch Basteln angesagt – und zwar im positiven Sinne. Gerade im Bereich der Jugendarbeit werden Bausätze zusammengelötet und erfolgreich getestet. Überhaupt gehört die Lust am Experimentieren zu den zentralen Aufgaben der hiesigen Amateur-Funker, die sich mit ihren Geräten weltweit mit mehr als zwei Millionen weiteren Funkern verbinden können – die Astronauten auf der ISS inbegriffen. Die Satellitentechnik im Weltraum macht eine Erdball umspannende Kommunikation via Funk überhaupt erst möglich. Die Markgräfler Amateur-Funker betreiben auf dem Hochblauen zwei digitale und ein analoges Sprechfunkrelais, mit denen auch entsprechende Fernsehsignale übertragen werden können. Sie übertragen bewegte Livebilder an andere Funkstationen. Um viele hundert Kilometer Funkstrecke zu überbrücken, werden mehrere Relaisstationen miteinander verbunden.

Die Amateur-Funker: Wer Interesse an den Aktivitäten der Amateur-Funker kann sich an den Ortsverband Markgräflerland A47, Oskar Preg, Tel. 07631/73336 oder 015233931969 wenden. Ein Blick hinter die Kulissen am Tag des Helfers bietet ebenfalls Möglichkeiten zum Kennenlernen.