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14. Mai 2016

Mehr Platz zum Wohnen

Müllheimer Gemeinderat ebnet den Weg für das künftige Baugebiet "Am langen Rain".

  1. Am Rand von Müllheim soll ein neues Baugebiet entstehen. Foto: Jacob

MÜLLHEIM. Das künftige Baugebiet "Am langen Rain" ist auf den Weg gebracht. Nachdem der Müllheimer Gemeinderat den städtebaulichen Entwurf gut geheißen und den Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst hatte, wurde auch die Baulandumlegung beschlossen. Alle Entscheidungen fielen einstimmig aus. Auf dem knapp sieben Hektar großen Gelände sollen 211 Wohneinheiten entstehen.

Die modulare Struktur des städtebaulichen Entwurfs, mit dem die Architektengemeinschaft Alessandro delli Ponti und Ferdinand Schmelzer vor wenigen Monaten den städtebaulichen Wettbewerb gewonnen hatten, erwies sich nun in der detaillierten Ausarbeitung für einen künftigen Bebauungsplan als flexibel und mit Blick auf das Konzept als sehr robust. Das machte Ferdinand Schmelzer in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates anhand einer sehr detaillierten Ausarbeitung nochmals deutlich. Wünsche nach mehr Wohnraum im Bereich des Geschosswohnungsbaus und des geförderten Wohnraums wurden in den Bebauungsplanentwurf eingearbeitet.

So werden von den 211 Wohneinheiten zwölf Einfamilienhäuser sein, die zur offenen Landschaft im äußersten Norden und Osten das künftige Baugebiet abgrenzen werden. Den Abschluss im Süden hin zur Schwarzwaldstraße werden Reihenhäuser mit 30 Wohneinheiten bilden. "Mit Reihenhäusern lassen sich dort am besten die Erfordernisse wegen des Verkehrslärms umsetzen", betonte Schmelzer. Das heißt nach der Lesart der Architekten: Wohnzimmer und Küche werden nach Süden hin zur Straße, die Schlafräume und Kinderzimmer zur ruhigeren Nordseite angeordnet. Im Bereich des vergünstigten Wohnungsbaus sollen mit fünf Gebäuden 45 Wohneinheiten entlang der Sulzburger Straße verwirklicht werden, weitere 125 Wohneinheiten, denen teilweise Tiefgaragenplätze zugeordnet werden, sollen im Zentrum des künftigen Baugebietes realisiert werden.

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Zentral steht weiterhin eine neue Kindertagesstätte. Ein wichtiges Kriterium des Planentwurfs bilden die Grünbereiche, die zum einen über den begrenzenden Erosionsstreifen und Grünflächen mit Entwässerungsgräben, zum anderen mit vorhandenen Obstbäumen samt geschützten Großbäumen bestimmt werden. Ein weiteres Herzstück des Konzeptes sind die Erschließungsstraßen, sogenannte "Loops", mit denen die Gebäude an die Verkehrswege angebunden werden.

Die Haupterschließungsachse, an der auch die Kindertagesstätte liegt, wird auf sieben Meter Breite ausgebaut und mit einem neuen Kreisverkehr an die Sulzburger Straße angedockt, die übrigen Straßen erhalten eine Breite zwischen fünf und 6,5 Metern einschließlich Parkmöglichkeiten. Fußwege nutzen die vorhandenen Grünstreifen und werden an Fußwege in Richtung Innenstadt und hin zur Klinik angebunden. Gelöst wurde auch die viel diskutierte Stellplatzfrage. Im Bereich der geförderten Wohnungen will man mit einem Stellplatz pro Wohneinheit auskommen. Bei den Reihen- und Einfamilienhäusern sind jeweils zwei Stellplätze vorgesehen.

Für die Mehrfamilienhäuser mit Tiefgaragen sind etwas mehr als 1,7 Stellplätze geplant, bei oberirdischen Parkmöglichkeiten reduziert sich die Vorgabe auf einen Stellplatz pro Wohneinheit. Ferner gibt es 51 öffentliche Parkplätze entlang der Erschließungsstraßen. Unterm Strich addieren sich Stellplätze auf 332 private Parkplätze. "Das entspricht der geforderten 1,5 Stellplätze pro Wohneinheit", erklärte Schmelzer. Genaue Vorstellungen haben die beiden Architekten von der Anordnung und der Größe der Häuser, wie der Planentwurf nun ausweist. Ferdinand Schmelzer wies darauf hin, dass es durchaus Sinn mache, Tiefgarageneinfahrten zu benachbarten Wohnhäusern zusammenzulegen, um Kosten und Platz zu sparen. Sie empfehlen in ihrem städtebaulichen Entwurf durchgängig flach geneigte Gründächer. "Das lockert auf, wirkt der Flächenversiegelung entgegen und nimmt Regenwasser auf. Ein weiteres Thema ist die Regenentwässerung über Gräben und zwei Retensionsbecken.

Autor: Volker Münch