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18. März 2017

Mehrheit für ein Satteldach

Die Planungen für das Tenckhoff-Areal in Müllheim gehen in die nächste Runde.

  1. Die Visualisierung der Architektengruppe „Plan 7“ zeigt, wie man sich das künftige Tenckhoff-Areal in etwa vorstellen kann. Allerdings sind noch diverse Planungen im Detail nötig. Foto: Visualisierung: Plan 7

MÜLLHEIM. Der künftige Gebäudekomplex auf dem Tenckhoff-Areal ist seiner Realisierung einen entscheidenden Schritt näher gekommen: Am Mittwochabend stimmte der Gemeinderat mit großer Mehrheit der Gestaltungsvariante mit Satteldach zu. Zuvor zeigten Investor und Planer die Weiterentwicklung, die mit der Satteldachlösung gefälliger erschien.

Die Dachform hat eine Vorgeschichte: Nach dem ursprünglichen Entwurf hatten sowohl die Satteldachlösung als auch die Studie mit Flachdach keine eindeutige Mehrheit im Gemeinderat gefunden. Damals versprach der Chef der Investorenfirma "Activ Immobilien", Christian Neudeck, sollte sich der Gemeinderat für das Satteldach entscheiden, werde er diese Entscheidung respektieren. Er selbst allerdings würde einer Flachdachkonstruktion eher den Vorzug geben, weil das Raumprogramm wirtschaftlicher umzusetzen sei.

Das war Mitte Dezember. Seither haben die Planer der Stuttgarter Architektengruppe "Plan 7" an den Entwürfen weiter gearbeitet und sowohl bei der Gebäudekubatur als auch an der Dachfläche Veränderungen vorgenommen, erklärte Ulrike Beckmann. Weder im Bereich der Tiefgarage noch im Erdgeschoss gab es nach ihren Worten nennenswerte Änderungen. Die beginnen erst im ersten Obergeschoss, also auf der Dachebene des durchgehenden Erdgeschosses. "Wir haben auf die L-förmigen Anbauten in den darüber liegenden Gebäudekomplexe zugunsten einer klaren Linie verzichtet", betonte Architektin Beckmann. Dafür wurde der nördliche Baukörper in der Tiefe verstärkt, das südliche Gebäude entlang der östlichen Allee etwas gestreckt.

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Homogenere Fassade und ruhigere Dachlandschaft

Das sorgt, wie die Ansichtsskizzen deutlich machen, für eine homogenere Fassade und eine ruhigere Dachlandschaft. Grundsätzlich stehe er auch heute noch für seine Vorliebe für das Flachdach, erklärte Christian Neudeck am Mittwochabend vor dem Gemeinderat. Aber: "In Gesprächen mit Interessenten für die Räume wurde an uns der Wunsch herangetragen, die beiden Gebäude mit einem Satteldach zu versehen," berichtete Neudeck. Seit auch die vorangetriebene Planung durchaus für eine gefällige Satteldachkonstruktion wirbt, könne er sich selbst ebenfalls ein Satteldach auf den beiden Gebäuden vorstellen.

Die neue Gestaltungsvariante hat auch bei einigen Stadträten ein Umdenken ausgelöst. War noch im Dezember das Abstimmungsergebnis äußerst knapp für die Satteldachbefürworter ausgefallen, so zeichnete sich bereits vor der Entscheidung eine deutliche Mehrheit ab. "Ich freue mich über die neue Präferenz und hoffe auf eine positive Entscheidung", sagt Adolf Himmelsbach (CDU). "Wir hatten uns gewundert, dass auch in unserer Fraktion nun mit einer knappen Mehrheit für das Satteldach ist", berichtet Philipp Lang (SPD). "Wir hatten uns damals schon für das Satteldach entschieden", erinnert Martin Richter (ALM/Die Grünen) an das Dezembervotum seiner Fraktion.

Eine deutliche Stellung zugunsten des Satteldachs nahm die Stadtverwaltung ein. Bürgermeisterin Astrid Siemes-Knoblich berichtete von Gesprächen mit Bürgern und Mitarbeitern, die sich deutlich für das Satteldach positionierten. Entsprechend sei auch der Beschlussvorschlag ausgefallen. Und so sprachen sich die Stadträte – nur zwei waren dagegen – mehrheitlich für das Satteldach aus. Jetzt können die Planungen weiter vorangetrieben werden.

Autor: Volker Münch