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31. Oktober 2015

Neubau soll mehr Kapazitäten schaffen

Weil im Zug der Sanierung des Elisabethenheims Plätze entfallen, will das Sozialwerk neu bauen.

  1. Das Elisabethenheim in Müllheim Foto: Sigrid Umiger

MÜLLHEIM. Heute ist das 1954 gegründete Evangelische Sozialwerk Müllheim Betreiber von drei Pflegeeinrichtungen mit 196 Pflegeplätzen und 235 Beschäftigten. Dies sei eine große Herausforderung für den ehrenamtlichen Aufsichtsrat, erklärte der Aufsichtsratsvorsitzende Professor Dieter Waldmann in der Mitgliederversammlung. Er informierte, dass die geplante bauliche Erweiterung des Pflegeheims Bethesda in Oberweiler zurückgestellt werde. Priorität habe die Sanierung des Elisabethenheims in Müllheim.

Entlastet wird der Aufsichtsrat durch Mitglieder in neu installierten Ausschüssen. Den Finanzausschuss bilden Harald Gritzner und Ulrich Freund, den Bauausschuss Rudi Saumer, Detlef Stachel und Vorstand Holger Karg. Neben dem Elisabethenheim Müllheim und den Pflegeheimen Bethesda und Sulzburg, betreibt die neu gegründete hundertprozentige Tochter des Sozialwerks, die Diakonische Dienste Hochrhein gGmbH, das neu eröffnete Pflegeheim im Haus am Vitibuck in Waldshut-Tiengen mit 97 Plätzen. Investor der Einrichtung in Tiengen ist die FWD-Hausbau, die demnächst auch eine Seniorenanlage in Buggingen baut, dessen Pflegewohngruppe mit zwölf Plätzen ebenfalls vom Sozialwerk als Dienstleiter betreut wird.

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Für die Planung eines weiteren Pflegeheims im Köhlgartenring Müllheim laufen derzeit Gespräche mit der Stadt, informierte Geschäftsführer Holger Karg. 150 Pflegeplätze seien die Obergrenze in Müllheim. Der Neubau sei notwendig, weil die derzeit 127 Pflegeplätze im Elisabethenheim im Zuge der Sanierung reduziert werden müssen, da aus den Doppelzimmern Einzelzimmer werden. Holger Karg ist auch Geschäftsführer der Evangelischen Fachschule für Altenpflege in Freiburg. Das Sozialwerk ist zu einem Drittel Gesellschafter. Aktuell gibt es 181 Schüler – 25 mehr als im Vorjahr. Der 2014 erwirtschaftete Überschuss von 235 000 Euro sei notwendig, damit die gemietete Schulfläche von 500 auf 650 Quadratmeter erweitert werde, was die Gesellschafter 300 000 Euro kostet. Zurzeit bildet das Sozialwerk sieben Azubis aus, darunter vier aus China.

Ebenfalls eine Tochter des Sozialwerks ist die Evangelische Jugendhilfe Kirschbäumleboden in Müllheim. Geschäftsführer Hans-Martin Blessing berichtete, dass derzeit 80 Kinder und Jugendliche von 85 Voll- und Teilzeitmitarbeitern betreut werden. 2014 wurden 46 Kinder neu aufgenommen und 53 zurückgeführt, in ihre Familien oder in andere Einrichtungen. Die heimeigene Schule habe 53 Plätze, aber 58 Schüler. Oberstes Ziel sei die Rückführung der Kinder in Regelschulen. Alle, die bis zum Ende geblieben sind, haben den Hauptschulabschluss geschafft und seien in Ausbildungsverhältnisse übernommen worden, so der Geschäftsführer. Die stationäre Wohngruppe hat 32 Plätze, die teilstationäre 30, ist aber mit 36 Jugendlichen überbelegt. Um jungen Erwachsenen den Übergang zur Selbständigkeit zu erleichtern, gibt es eine betreute Wohnung mit vier Plätzen und eine soziale Wohngruppe für elf Jugendliche in Buggingen. Geplant sei die Anmietung einer Jugendwohngemeinschaft für vier junge Leute. Die Dämmung der Fassaden der 1967 errichteten Häuser im Kirschbäumleboden sei als energetische Sanierung dringlich, betonte Blessing. Demnächst müsse zudem die Jugendarbeit erweitert werden. Es gehe um die Betreuung und eventuell stationäre Aufnahme von minderjährigen Flüchtlingen, die ohne Begleitung einreisen. Der medizinische Dienst der Krankenkassen und die Heimaufsicht des Landkreises hätten alle drei Pflegeeinrichtungen geprüft und sowohl die Häuser als auch die Leistungen der Mitarbeiter mit gut bis sehr gut bewertet, betonte Manuela Steinbach, Hausleiterin des Elisabethenheims. Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende Harald Gritzner berichtete über die regelmäßigen Ausflüge der Senioren, die über die Munkstiftung finanziert werden. Der blaue Bus bewege Ehrenamtliche und Bewohner.

Autor: Sigrid Umiger