Zur Navigation Zum Artikel

Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.

26. März 2016

Obstlehrpfad oder Tour am Rhein

Vorschläge für vier Spaziertouren über Ostern von Radsportverein, Schwarzwaldverein, NABU und BUND.

  1. Zu Fuß oder mit dem Rad am Altrhein unterwegs - wenn Ostern so früh liegt wie dieses Jahr und die Bäume noch nicht belaubt sind, gibt es noch viele scöne Aussichten auf den Fluss. Foto: Jutta Schütz

MARKGRÄFLERLAND. Der Osterspaziergang ist ein Klassiker gerade für Familien. Gerade jetzt im März lohnt der Blick auf Landschaft und Gewässer – denn noch ist die Sicht vielerorts frei. Am besten hat die Stimmung zu dieser Jahreszeit wohl Goethe in seinem "Osterspaziergang" im "Faust, Teil I" festgehalten: "Vom Eise befreit sind Strom und Bäche, durch des Frühlings holden, belebenden Blick; Im Tale grünet Hoffnungsglück; der alte Winter, in seiner Schwäche, zog sich in raue Berge zurück".

Die Badische Zeitung hat sich beim Radsportverein Bamlach, beim Schwarzwaldverein Müllheim-Badenweiler, bei der NABU-Gruppe Kreis Müllheim und bei der BUND-Ortsgruppe Schliengen-Bad Bellingen auf den Webseiten umgesehen oder direkt nachgefragt und vier Wandervorschläge ermittelt. Dabei geht es sowohl an den Altrhein wie in Täler und in die Vorbergzone.

Beim Radsportverein RV Bamlach gibt es eine sogenannte "Touristikgruppe", die immer wieder über die Homepage Ausfahrten zum Mitmachen anbietet. Eine der Ausfahrten führt hinüber nach Frankreich. Start ist in Rheinweiler. Auf dem Radweg am Rhein entlang geht es bis Bad Bellingen – dort zum Kurpark abbiegen und dann auf den Radweg Richtung Schliengen zur Siedlung im Stein und nach Neuenburg. Die Brücke nach Chalampé wird überquert. Von Chalampé aus fährt man weiter ins hübsche Ottmarsheim – dort unbedingt einen Blick in die Abteikirche werfen, einem bedeutenden romanischen Baudenkmal. Die Route verläuft durch die kleinen elsässischen Orte Hombourg, Petit-Landau und Niffer. Hier den Hinweisen zum Rhein-Rhone-Kanal-Radweg ("EuroVelo 6") folgen und am Kanal entlang bis Mulhouse fahren. Vor Mulhouse nach Rixheim abbiegen und an der D108 nach Ottmarsheim zurück radeln. Von dort aus geht es über Neuenburg zurück nach Rheinweiler. Für den Ausflug sollte man sich einen Tag Zeit nehmen, wenn man mit Kindern unterwegs ist.

Werbung


Christa Schwarz vom Schwarzwaldverein Müllheim Badenweiler hält folgenden Wandertipp parat: Vom Bürgerhaus Müllheim aus geht es stadteinwärts zur Badstraße, dann Richtung Siebeneichen. An der Kreuzung weiter Richtung Blauenblick und hier immer der Beschilderung des Schwarzwaldvereins folgen. Die Aussicht am Blauenblick lädt zum Vesper ein. Danach geht es Richtung Vögisheim, wobei man auch an der Grillhütte stoppen kann, von der aus man dann Vögisheim erreicht. Von Vögisheim aus geht es links an der Gärtnerei vorbei, dann wieder Richtung Müllheim orientieren. Die Strecke ist circa 9 Kilometer lang – die Wanderzeit beträgt, wenn man es gemütlich angehen lässt, drei Stunden.

Christoph Hercher vom NABU Müllheim, der selbst in Grißheim lebt, kennt schöne Aussichten am Rhein, wenn man vom Ort aus am Rhein entlang nach Neuenburg wandert oder mit dem Rad fährt. "Allerdings", so sagt er, gibt es auch Wandermöglichkeiten von Buggingen aus in die schöne Umgebung nach Betberg. Start ist in Buggingen auf der Gebirgsstraße Richtung Buggingen-Dorf, hier abzweigen in die Bergstraße bis zur Badergass. Man kann direkt von der Badergass aus über den Bugginger Weg nach Betberg gelangen oder am Ende der Badergass links auf einen Feldweg abzweigen, der im Bogen über die Sulzburger Straße nach Betberg führt. Über die Noblingstraße und den Holzweg geht es zurück nach Buggingen. Für die etwas über sechs Kilometer braucht man eineinhalb Stunden.

Der BUND Schliengen betreut mehrere Biotope im Eggenertal, darunter den Hagschutz und Wiesen am Obstlehrpfad. Der Obstlehrpfad startet an der "Stelli", an der Verbindungsstraße von Niedereggenen nach Feuerbach. Sehr schön ist der Rundweg um das Naturdenkmal Hagschutz. Hier sind seltenere Vogelarten zu beobachten – Fernglas mitnehmen. Informationstafeln ergänzen den Rundweg, der überdies viele sehenswerte Ausblicke bietet. Mit dem Auto erreicht man den Rundweg von Niedereggenen aus, über den Baselweg in Richtung Feuerbach. An einer Weggabelung befindet sich die erste Infotafel. Parkplätze gibt es auf der Anhöhe. Womit wir am Schluss der Wanderhinweise bei hoffentlich schönem Wetter wieder bei Goethe und seinem "Osterspaziergang" wären: "Zufrieden jauchzet groß und klein; Hier bin ich Mensch, hier darf ichs sein!"

Osterspaziergang: Der Ursprung ist christlich. Am Tag der Wiederauferstehung Christi treffen zwei Anhänger von Jesus auf dem Weg nach Emmaus (deshalb auch Emmaus-Gang) einen Unbekannten, der sich ihnen anschließt – erst am Abend erkennen die beiden, dass es sich um den auferstandenen Jesus Christus handelt. Aus der Tradition des von Gebeten und Gesängen begleiteten Emmaus-Gangs entstand der Osterspaziergang. Im Biedermeier nutzte man den Spaziergang dazu, sich festlich herauszuputzen und so gesellschaftlich "gesehen" zu werden. Diese Tradition hielt sich lange. 1960 entstanden die Ostermärsche der Friedensbewegung – und damit noch eine andere Form des Osterspaziergangs.

Autor: Jutta Schütz