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17. Mai 2017

Neuer Hochbehälter

Trinkwasserversorgung: Eine-Million-Projekt startet in Niederweiler

Trinkwasserversorgung: Symbolischer Spatenstich für einen neuen Hochbehälter in Niederweiler.

  1. Symbolischer Spatenstich: Michael Sattler, Astrid Siemes-Knoblich, Michel Fischer, Adolf Himmelsbach und ein Vertreter der Baufirma am Spaten Foto: Privat

MÜLLHEIM-NIEDERWEILER. Mit einem neuen Hochbehälter oberhalb von Niederweiler an der Ölbergstraße soll künftig die Trinkwasserversorgung sichergestellt werden. Das rund eine Million Euro teure Projekt ersetzt einen alten Hochbehälter aus den 1960er-Jahren. Das neue Bauwerk soll spätestens im Frühjahr 2018 in Betrieb gehen. Jetzt war symbolischer Spatenstich.

Es sei ein lang gehegter Wunsch des Müllheimer Wasserwerks gewesen, den alten Hochbehälter zu ersetzen, stellte Michael Sattler fest, als technischer Leiter der Stadtwerke Müllheim-Staufen für die Wasserversorgung zuständig. "Es gibt seit Jahren Probleme an der Anlage", berichtete Sattler vor dem Spatenstich. Es gebe Schäden am Gebäude und durch die Struktur des Behälters auch Probleme mit dem Arbeitsschutz. Ferner hat der Behälter nur eine Vorratskammer. "Wir haben die Wirtschaftlichkeit für eine Sanierung und einen Umbau geprüft. Das hat sich aber nicht gerechnet", stellte Michael Sattler fest.

Ursprünglich wurde der Hochbehälter von der damals selbständigen Gemeinde Niederweiler vor etwa 60 Jahren als Zweitbehälter gebaut. Der ursprüngliche Hochbehälter – er steht im Kräutergarten von Niederweiler – ist übrigens heute noch in Betrieb und verfügt über zwei Behälterkammern.

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"Wir arbeiten seit 2016 an dem Projekt", berichtet Ingenieur Adolf Himmelsbach vom Planungsbüro Himmelsbach und Reichert. Die Einstiegsöffnung sei nur ein Schlupfloch, das wegen des sehr engen Einstiegs für die Mitarbeiter des Wasserwerks gefährlich sei. Auch das Kellergeschoss sei nur über eine steile Treppe erreichbar, zudem durchziehen zahlreiche massive Risse das Bauwerk. Das Teilen der Behälterkammer in zwei Kammern wäre nur mit einem enormen Aufwand möglich, der sich nicht rechnen würde. Zwei Kammern seien aber heute vorgeschrieben, damit eine zu Reinigungszwecken abgelassen werden könne, während die andere nach wie vor Wasser für die Versorgung speichert.

Dieser Hochbehälter, daran erinnert Himmelsbach, sei wegen der baulichen Entwicklung Niederweilers in den Fünfziger und Sechziger Jahren notwendig geworden. Seither gibt es in Niederweiler eine Versorgung in der Nieder- und eine in der Hochzone. Bis heute wird die Trink- und Löschwasserversorgung im Fall einer Reinigung direkt durch das Trinkwassersystem von Badenweiler mitversorgt – das allerdings nur notdürftig. Weil auch die tägliche Trinkwassermenge deutlich angestiegen ist, muss das Behältervolumen auf heute 260 Kubikmeter und eine Löschwasserreserve mit 100 Kubikmeter erhöht werden.

Durch die exponierte Lage am Waldrand wurde der Behälterkörper quer zur Böschung geplant. Sobald die Anlage fertiggestellt ist, wird das Behälterbauwerk bis auf den Eingangsbereich mit Erdreich überdeckt und eingegrünt. Der Hochbehälter ist nur Zwischenspeicher, die Aufbereitung des Trinkwassers erfolgt bereits im Hochbehälter Blauen III. "Alle bisher vergebene Arbeiten werden von Firmen aus der Region ausgeführt", betont Ingenieur Himmelsbach. Bisher seien schon Dreiviertel der Projektsumme vergeben.

Sobald der neue Hochbehälter in Betrieb gegangen ist, wird das alte Bauwerk abgebrochen und mit dem Aushubmaterial, das beim jetzt gestarteten Neubau angefallen ist, verfüllt.

Autor: Volker Münch