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13. September 2017

"Wildnis gibt es auch bei uns"

BZ-GASTBEITRAG von Larissa Möckel, die mit dem Young Explorers Programm im Nationalpark Schwarzwald unterwegs war .

  1. Larissa Möckel Foto: Larissa Möckel

  2. Die Jugendlichen entdeckten die Natur fotografisch. Foto: Möckel, YEP

MÜLLHEIM-NIEDERWEILER. Eine Woche lang war Larissa Möckel aus Niederweiler im Schwarzwald auf Entdeckungstour. Kurz danach kam sie in der BZ-Redaktion in Müllheim vorbei und bot an, in der Zeitung von ihren Erfahrungen zu erzählen. Das ist ihr Bericht:

Wildnis gibt es nicht nur in weit entfernten Ländern wie Alaska, sondern, und das ist einigen vielleicht nicht bewusst, auch bei uns in Baden-Württemberg. Man findet sie im Gebiet des Nationalparks Schwarzwald südlich von Baden-Baden, wo sie sich auf 13 000 Hektar erstreckt.

Zusammen mit 17 weiteren Jugendlichen hatte ich durch das Young Explorers Program, kurz YEP genannt, in den Sommerferien eine Woche lang die Möglichkeit, in diese wilde Natur des Nationalparks einzutauchen, sie zu erleben und fotografisch wie filmisch zu entdecken. In Kooperation mit dem Nationalpark Schwarzwald wurde dieses Camp vom Verein Freundeskreis Nationalpark Schwarzwald als Teil des Projekts Abenteuer Schwarzwald zum dritten Mal in Folge veranstaltet. Das Team dahinter besteht aus Fotografen, Filmern und Teamern, meist Teilnehmer der letzten Jahre. Ziel des Projekts ist es, Jugendliche in den Nationalpark zu holen, um ihnen die Natur vor der Haustür näher zu bringen und ihnen ein erweitertes Naturverständnis mit auf den Weg zu geben.

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Wir Jugendlichen, zwischen 16 und 19 Jahre alt, kamen dazu aus allen Teilen Baden-Württembergs und zum Teil sogar aus anderen Bundesländern und kannten uns vorher nicht. Das war aber weniger ein Nachteil als eine Chance, neue Freundschaften zu knüpfen und von der Vielfalt der Gruppe kreativ wie menschlich zu profitieren. Inspiriert wurden wir zum einen durch die von allen Teilnehmern zuvor vorbereiteten sogenannten "inspirational talks", in denen jeder von dem berichtete, was ihn inspiriert, motiviert oder begeistert. Zum anderen inspirierten mehrere Workshops zum kreativen Denken zu neuen und teilweise verrückten Ideen, die in Nachtreffen zu realisierbaren Projekten ausgearbeitet werden. Mehrere Workshops zu Foto- und Filmtechnik folgten. Damit einhergehend gab es einen Foto- und einen Filmwettbewerb zum Thema "Die vier Elemente", für den wir in Kleingruppen eine Fotoserie oder einen Kurzfilm erstellen sollten und so das Erlernte anwenden konnten. Darüber hinaus erfuhren wir auf verschiedenen Wanderungen einiges über den Nationalpark, seine Natur und seine Organisation. Neben solchen Wanderungen mit den Nationalpark-Rangern stand uns an einem Tag auch ein sehr herausfordernder "Abenteuertrack" bevor. 34 Kilometer wanderten wir dafür durch den Nationalpark und dessen Umland und von Station zu Station, während wir gemeinsam Aufgaben lösten und dabei mehr und mehr als Team zusammenwuchsen. Am Ende des Tages waren wir zwar alle erschöpft, hatten jedoch das überwältigende Gefühl, über die eigenen Grenzen hinausgegangen zu sein.

Weitere Highlights waren die Vorträge des Greenpeace-Fotografen Markus Maute, des Fotografen und Youtubers Benjamin Jaworskyj und dessen vorangegangener Workshop an den Gertelsbacher Wasserfällen. Ebenso interessant war die Podiumsdiskussion mit Landesumweltminister Franz Untersteller, der Schirmherr des Projektes ist, und dem Leiter des Nationalparks Thomas Waldenspuhl.

Insgesamt war es für uns alle eine äußerst spannende Woche im Nationalpark mit vielen neuen Erfahrungen und ganz viel Spaß. Bei den kommenden Nachtreffen werden wir unsere bereits bestehenden Ideen noch weiter ausbauen, um noch vielen weiteren Menschen den Nationalpark näherzubringen, sie für seine Natur zu begeistern und deren Schönheit zu erhalten.

Larissa Möckel ist 17 Jahre alt, wohnt in Niederweiler und geht in Müllheim auf das Markgräfler Gymnasium. In ihrer Freizeit fotografiert sie gerne und oft, daneben interessiert sie sich für Politik.

Autor: bz