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02. November 2016

Ettenheim

Musikkater Caruso begeistert Kinder im Bürgersaal

Musikkater Caruso begeistert Ettenheimer Kinder im Bürgersaal.

  1. Eine Geburtstagstorte muss man nicht backen. Jeanine zeichnet ganz einfach dem Kater (im Hintergrund) eine. Foto: Erika Sieberts

ETTENHEIM. Von Franz Schubert über Wolfgang Amadeus Mozart bis hin zu Schweizer Volksmusik und Jazz: Dass klassische Instrumente Kindern durchaus begeistern können, hat das Kinderkonzert der Musikfreunde am Samstag im Bürgersaal gezeigt. Denn Kater Caruso, der von Musik nie genug bekommt, war gekommen und hat dort seinen Katzengeburtstag gefeiert. Vor vier Jahren ist der Kater in der Werkstatt von Herrn Wind zur Welt gekommen – und hat sich im Fagottkasten versteckt. Das Konzert ist konzipiert für Kinder ab drei Jahren.

Draußen standen die Karossen der Konzertbesucher im Bürgersaal: Roller, doppelsitzige Radanhänger, Drei- und Schieberäder. Drinnen mit ihren Eltern, Omas und Opas die Kinder: Gespannt, was da gespielt wird – offene Münder und hochrote Wangen. Denn Kater Caruso feierte Geburtstag und alle durften miterleben, wie er sein Geschenk auspackte, und sich vielleicht wundern, dass ein Kater eine Kröte zum Geburtstag bekommt. Dazu säuselte das Fagott, schepperte die Posaune und tanzten die Finger des Pianisten über die Tasten. Die Kinder mittendrin.

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Rumlaufen und dabei sein ist angesagt bei den Kinderkonzerten der Musikfreunde Ettenheim, die in diesem Jahr zum zehnten Mal ein Programm geben, das inzwischen das ganze Jahr umspannt: Im Sommer die Konzertreihe, im Herbst das Kinderkonzert und im Winter das Neujahrskonzert, am 8. Januar 2017 mit Aleksandra Mikulska am Klavier. Aber am Samstag, da war der Kater dran. Eine weiche Stoffpuppe, die Stefan, der Fagottist, ganz liebevoll behandelte. Denn der kleine Kater Caruso hat sich beim Instrumentenbauer im Fagottkasten versteckt, und als das Instrument verkauft wurde, blieb der Kater beim Fagottisten, weil dieser so wunderschön spielte. Spielerisch bekamen die Kinder eine Musikstunde vom Feinsten: Die drei Musiker der Kammersolisten Zug aus der Schweiz spielten Stücke von Franz Schubert, Wolfgang Amadeus Mozart sowie Schweizer Volksmusik und Jazz. Durch das Spiel mit der Stoffpuppe erlebten die kleinen und großen Zuhörer, wie Musik in der Lage ist, Emotionen zu wecken und Stimmungslagen zu begleiten.

Jazzige Beats begeistern die Kinder

Ganz traditionell, ohne Bildschirm und Fingerwischen gab es diesen musikalischen Happen, und die Kinder nahmen die Vorführung mit Begeisterung an. Sie beobachteten genau, wie Caruso gekämmt wurde, oder wie Jeanine, die Posaunistin eine Geburtstagstorte zeichnete, die der vergessliche Stefan nicht mit im Gepäck hatte. Die Szenen wurden jeweils begleitet von einer romantischen Weise oder von jazzigen Beats, die Fagottist Stefan Buri etwa durch Zupfen des Geschenkbands unterlegte, als er das Paket für Caruso auspackte.

Die Kinder durften erleben, wie Musik gemacht wird, sie bewegten sich neugierig zwischen den Musikern oder beobachteten die Szene vom sicheren Schoß ihrer Eltern und Großeltern aus. Am Ende großes Miau und Bravo – klassische Instrumente können Kinder durchaus begeistern.

Autor: Erika Sieberts