Nachhaltige Bildung im AWO-Kinderhaus

Hrvoje Miloslavic

Von Hrvoje Miloslavic

Di, 10. Juli 2018

Bad Säckingen

Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) besucht Kindergarten in Bad Säckingen.

BAD SÄCKINGEN. International anerkannt ist das Prinzip der ökonomischen und ökologischen Nachhaltigkeit längst. Dass dieses inzwischen seinen bildungspolitischen Ausdruck findet, zeigt sich am Beispiel des AWO-Kinderhauses "Rhein-Au" in Bad Säckingen. Dort setzen die Pädagoginnen auf frühkindliche Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). In ihrer Funktion als Schirmherrin der Stiftung "Haus der kleinen Forscher" von Südwestmetall Netzwerk Hochrhein war die parlamentarische Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter (SPD) am Montag im AWO-Kinderhaus zu Besuch.

Bildung für nachhaltige Entwicklung im "Haus der kleinen Forscher" ist Teil eines weltweiten Aktionsprogramms und wird im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung umgesetzt. Ziel sei es, mit Rücksicht auf nachfolgende Generationen, "das Bewusstsein für nachhaltiges Denken und Handeln im Bereich von Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft in allen Bereichen des Bildungssystems fest zu verankern", wie es in einer Pressemitteilung des Netzwerkes Südwestmetall, dem Verband der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg, heißt. Durch BNE würden notwendige Kompetenzen für eine aktive und informierte Teilhabe am Transformationsprozess "hin zu einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft" vermittelt, sagte Schwarzelühr-Sutter.

Dass es das Kinderhaus in Bad Säckingen nicht bei gut gemeinten Absichtserklärungen belassen möchte, zeigte sich beim Ortstermin am Montag. Die Staatssekretärin kam in den Genuss einer Führung durch Leiterin Corinna Gerspach, die einen Einblick in die gepflegte Außenanlage mit Blumenwiese und den Kräutergarten gewährte. Unterschiedliche umwelt- und sozialpolitische Themen werden altersgerecht vermittelt, versicherte Gerspach. So gehören die Förderung des Bewusstseins für Müllvermeidung, der verantwortungsvolle Umgang mit Wasser, das Kochen mit regionalen Bioprodukten, Spenden an den Bad Säckinger Tafelladen und der Konsum fair gehandelter Waren bereits zum pädagogischen Standard des Hauses. Durch die Kooperation mit der Stadtoase Bad Säckingen wird das Angebot bereichert. Überzeugen konnte sich Schwarzelühr-Sutter während eines von den Pädagoginnen Daniela Zipfel und Silvia Nottebohm abgehaltenen Unterrichts vom Wissensstand der Kinder, die sich über das Thema Kompostierung gut informiert zeigten.

Gastlichkeit wird im Kinderhaus ebenfalls großgeschrieben. Bioquark, Pflaumen aus dem eigenen Garten sowie Himbeeren, Johannisbeeren und Aprikosen vom Bad Säckinger Wochenmarkt waren die Zutaten für einen Früchtequark, den die Kinder gemeinsam mit der Politikerin aus Berlin zubereiteten. Die SPD-Politikerin sieht das AWO-Kinderhaus und seine Bildungsprinzipien auf dem richtigen Weg. Bei der Gestaltung anstehender Transformationsprozesse stehe und falle alles mit der Bildung, ist Schwarzelühr-Sutter überzeugt. Das Kinderhaus sei ein gelungenes Beispiel für "Bildung auf den ersten Metern ohne den erhobenen Zeigefinger".