Wenn Sie sich diesen Artikel vorlesen lassen wollen benutzen Sie den Accesskey + v, zum beenden können Sie den Accesskey + z benutzen.
01. Juni 2010
Extreme Armut im Gazastreifen
Blockade gilt seit 2007.
Seit fast drei Jahren blockiert Israel den Gazastreifen. Die dort lebenden Palästinenser können auf offiziellem Wege nicht ausreisen. Viele Waren dürfen nicht in den Gazastreifen eingeführt werden. Hilfsgüter lässt Israel allerdings über die Grenzen. Die dreiwöchige israelische Militäroffensive "Gegossenes Blei" Ende 2008/Anfang 2009 verschärfte die Lage weiter.
Die Blockade gilt seit der Machtübernahme der Hamas im Gazastreifen im Juni 2007 (siehe nebenstehenden Text). Leidtragende sind die meisten der 1,5 Millionen Bewohner des Gazastreifens. Zwar kommen viele Waren, auch Waffen, über Schmugglertunnel von Ägypten aus an. Doch nur wer Geld hat oder an den Schmuggelgeschäften beteiligt ist, kann sich ausreichend versorgen. "Massenarbeitslosigkeit, extreme Armut, ungesicherte Nahrungslieferungen und steigende Lebensmittelpreise infolge von Engpässen führen dazu, dass vier von fünf Bewohner in Gaza von humanitären Hilfen abhängig sind", heißt es im jüngsten Report von Amnesty International.
Zu den größten Problemen gehört, dass keine Baustoffe mehr in den Gazastreifen hineinkommen. Die während der israelischen Militäroffensive 2008/2009 zerbombten Häuser liegen in Trümmern. Etwa 6200 Häuser wurden zerstört. Laut UNO wurden bisher nur 25 Prozent der Schäden behoben. Das UN-Hilfswerk für palästinensische Flüchtlinge (UNRWA) kritisiert, dass so die Kinder nur mangelhaft unterrichtet werden können. Zehn der zwölf beschädigten Krankenhäuser sind jedoch wieder in Betrieb, ebenso wie gut drei Viertel der Kanalisation.
Werbung
Autor: gü/AFP
