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09. März 2010 08:15 Uhr

Schule

Hinterzarten: So will das Internat Birklehof Missbrauch vermeiden

Kontrolle statt Familienprinzip – so will das Internat Birklehof in Hinterzarten Missbrauchsfälle wie in der Odenwaldschule vermeiden. Nach eigenen Angaben gibt es im Birklehof keine Verdachtsmomente.

  1. Der Birklehof in Hinterzarten. Foto: Thomas Kunz

Die Schule Birklehof in Hinterzarten hat schon 1999 auf Missbrauchsvorwürfe an der Odenwaldschule reagiert. "Bereits die ersten 1999 veröffentlichten Berichte über die Vorgänge an der Odenwaldschule haben die damalige Schulleitung zu einer internen Überprüfung veranlasst, ob es an unserer Schule Anhaltpunkte für vergleichbare Vorgänge gibt", sagte Schulleiter Christof Laumont auf Anfrage der Badischen Zeitung. Verdachtsmomente hätten sich damals nicht ergeben. 1998 hatten zwei frühere Schüler den ehemaligen Schulleiter der renommierten Odenwaldschule des sexuellen Missbrauchs beschuldigt. Das 1999 angestrengte Ermittlungsverfahren war wegen Verjährung eingestellt worden.

Die nun bekannt gewordenen Missbrauchsskandale an anderen Schulen seien für den Birklehof abermals Anlass gewesen, eine äußerst vorsorgliche Überprüfung vorzunehmen, teilte Laumont mit. Es habe keine Anhaltspunkte gegeben. In dem Landerziehungsheim leben 150 Internatsschüler.

Abhängigkeit soll vermieden werden

Das Thema Missbrauch an Schulen werde auch gegenüber den Schülern, den Eltern, Mitarbeitern sowie den Altschülern angesprochen, ergänzte Christof Laumont. Die Haltung der Schule sei eindeutig: "Der Birklehof verurteilt ohne Ansehen der Person jeden Missbrauch von Kindern und Jugendlichen als eine zu verfolgende Straftat." Sollten sich Übergriffe ereignen oder bekannt werden, würde sich die Schule umgehend von dieser Person trennen und die Vorgänge zur Anzeige bringen, versicherte der Schulleiter. Diese Haltung habe er auch den Eltern am Montag in einem Brief mitgeteilt.

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"Ich bin mir bewusst, dass die Möglichkeit und die Gefahr von Missbrauch und Gewalt überall bestehen, wo Menschen zusammen leben und arbeiten", sagte Laumont. "Als Schulleiter war und ist es mir deshalb wichtig, dass wir am Birklehof unsere traditionelle Kultur der Offenheit, des Hinsehens und des gegenseitigen Respekts aufrecht erhalten." Das Internat beuge der Gefahr eines Missbrauchs vor, indem er bewusst die Abhängigkeit der Kinder und Jugendlichen von nur einer Betreuungsperson im Internat verhindere. Die jetzt in Verruf geratene Odenwaldschule setzte hingegen bewusst auf das Leben in Kleingruppen; "Familienoberhaupt" ist der Klassenlehrer.

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Autor: Petra Kistler