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28. März 2009 16:37 Uhr

G20-Gipfel

Krawalle bei Demonstrationen in Berlin

Zehntausende Menschen haben am Samstag in mehreren deutschen Städten und am Ort des G20-Gipfels in London für mehr Gerechtigkeit und eine sozialere Weltordnung demonstriert. Nicht überall verliefen die Proteste gewaltfrei.

  1. Bei der Kundgebung von etwa 15000 Kapitalismuskritikern in Berlin kam es zu Krawallen. Foto: ddp

  2. Demonstration in Berlin im Vorfeld des G20-Gipfels in London Foto: ddp

  3. Friedliche Proteste und Karnevalsatmosphäre in London Foto: dpa

  4. Kundgebung in Frankfurt Foto: dpa

Während die Proteste in der britischen Hauptstadt weitgehend friedlich bleiben, kam es in Berlin zu Krawallen. Demonstrationen gab es auch in Frankfurt/Main und anderen Städten. Unterdessen warnte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor zu hohen Erwartungen an den Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer am kommenden Donnerstag in London.

Demonstranten aus aller Welt marschierten am Samstag mit Plakaten, Spruchbändern und Trillerpfeifen vom Londoner Regierungsviertel zu einer Großkundgebung im Hyde Park. Unter dem Motto "Jobs, Gerechtigkeit und Klimaschutz" machten sie ihrem Unmut über das Weltfinanzsystem und über Jobverluste Luft. Aus Angst vor Unruhen waren tausende Polizisten im Einsatz, es gab jedoch keine Ausschreitungen.

KARNEVALSATMOSPHÄRE IN LONDON

Laut Polizeiangaben kamen rund 35 000 Menschen zu dem Marsch, den unter dem Namen "Put People First" mehr als 150 Gewerkschaften, Friedensaktivisten und Umweltschutzgruppen organisiert hatten, darunter auch aus Deutschland. Teilnehmer sprachen von einer Karnevalsatmosphäre. Familien mit Kindern zogen durch die Stadt. Auf Plakaten stand "People before profit" (Menschen vor Profit) und "Money for need not greed" (Geld für Bedürftige nicht Gierige). Buh-Rufe gab es, als die Demonstranten am britischen Regierungssitz in der Downing Street vorbeizogen.

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Bei der Demonstration von rund 15 000 Kapitalismuskritikern in Berlin kam es am Samstag zu Krawallen. Nach einem bis dahin friedlichen Protestmarsch lieferten sich am Roten Rathaus mehrere hundert Teilnehmer Schlägereien mit der Polizei. Unter dem Motto "Wir zahlen nicht für eure Krise" hatte ein breites Bündnis zu den Protesten aufgerufen, darunter Gewerkschaften, Attac, Umweltverbände und die Linkspartei. Die Demonstranten forderten auf Flugblättern und Transparenten, die Banken für die Krise in Haftung zu nehmen statt Arme und Beschäftigte.

Eine Sprecherin des globalisierungskritischen Netzwerks Attac schätzte die Zahl der Demonstranten in Frankfurt auf mindestens 15 000. Allein mit 125 Bussen seien 7500 Menschen gekommen. Die Polizei schützte mit mehreren Hundertschaften die Eingänge der Bankhochhäuser auf der Route der Demonstration.

G20: NEUE KONJUNKTURPAKETE SOLLEN KOMMEN

Die führenden Industrie- und Schwellenländer wollen sich nach Angaben des Magazins Der Spiegel beim G20-Gipfel auf umfangreiche Konjunkturmaßnahmen verständigen. Insgesamt sollten die Konjunkturpakete einen Umfang von zwei Billionen Dollar (1,5 Billionen Euro) haben, zitierte der Spiegel aus dem Entwurf des Abschlusskommuniqués der britischen Regierung. Der Impuls erhöhe das Wachstum um zwei Prozentpunkte und die Beschäftigung um 19 Millionen Arbeitsplätze.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) dämpfte die Erwartungen an den G20-Gipfel in London. "Wir sprechen über einen neue globale Architektur der Finanzmärkte und wir werden nicht in der Lage sein, dies in London zu beenden", sagte Merkel in einem Interview mit der britischen Wirtschaftszeitung Financial Times (Samstag). "Wir werden natürlich auch nicht die Wirtschaftskrise lösen, und auch nicht die Probleme im Welthandel. Wir müssen uns auf jeden Fall nochmals treffen."

Autor: dpa