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09. September 2009 20:18 Uhr
Wahlkampf 2009
Westerwelle kämpft um Freiburger Stimmen
Ein Gespenst geht um in Deutschland. Es ist die Linke oder besser: der Trend nach links. Den gilt es zu stoppen, und deshalb ist Guido Westerwelle im Freiburger Konzerthaus.
FREIBURG. Um zu warnen vor dem demokratischen Sozialismus ("ein geschmeidiges Wort, aber widersprüchlich!") und einer um sich greifenden Einheitspolitik, wie sie beispielsweise im Gesundheitsfonds der Großen Koalition ihren Niederschlag gefunden hat. Und nicht nur das: Die aktuelle Wirtschaftspolitik – verfehlt. Die Abwrackprämie – verschleudertes Geld. Die Bildungspolitik (obgleich Ländersache) – ein Desaster. Das alles prangert der FDP-Vorsitzende eloquent und mit rheinischem Witz an, und gerne nutzt er das rhetorischen Mittel der Wiederholung.
Westerwelles Rede im Video
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Mehr Freiheit, mehr Leistungsgerechtigkeit, mehr Chancen für den Mittelstand und ein faires Steuersystem – immer wieder fallen diese Schlüsselwörter und immer wieder bekommt Westerwelle dafür kräftigen Applaus von den rund 1000 Besuchern im Foyer des Freiburger Konzerthauses. Man ist unter sich (vom Greenpeace-Plakat gegen Atomkraft und Gentechnik mal abgesehen), und man versteht sich. "Die, die weniger als alles haben, und mehr als nichts, das sind die Deppen der Nation!" Solche Formulierungen erheitern mehr als sie Sorgen machen. Denn den vernachlässigten Mittelständlern soll ja geholfen werden. Indem sich Leistung wieder lohnt, indem mehr Netto vom Brutto bleibt und somit die Freiheit entsteht, "die eigenen Träume zu leben". Natürlich kostet die versprochene Steuerreform Geld – aber Geld sei ja da: 400 millionenschwere Sparvorschläge hätten die Liberalen gemacht, beteuert Westerwelle, der gleichzeitig auf Ausgabendisziplin pocht.
Kaum ein Wort verliert der Liberale derweil über die Wirtschaftskrise. Stattdessen noch ein paar Sätze zum gefährlichen Abbau der Bürgerrechte ("Wehren Sie sich gegen die Salamitaktik der Großen Koalition!") und zur Umweltpolitik, bei der die FDP auf regenerative Energien setze, wenn es denn soweit sei. Die Brücke ins neue Zeitalter aber bleibe die Atomkraft – eine sichere Energiequelle, die uns nicht abhängig mache von Energielieferungen des Auslands.
Überhaupt, das Ausland. Natürlich wolle man die Soldaten aus Afghanistan holen, sagt Westerwelle, aber nicht kopflos. Man dürfe das Land nicht den Terroristen überlassen. "Es gäbe keine Impfungen für Kinder, keine Brunnen und Schulen, wenn wir nicht die zivilen Helfer und Soldaten hätten. Dafür bin ich dankbar." Auch dafür gibt es Applaus.
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Autor: Frauke Wolter
