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17. November 2009

KRITIK IN KÜRZE

"Warum macht ein journalistisches Magazin eine literarische Lesung?" Mit dieser Frage eröffnete Christina Schmitt die Lesung junger Nachwuchsautoren im Josfritzcafé, die jetzt anlässlich der Erstveröffentlichung des Campushefts "14magazin" stattfand. Konkrete Pläne für das nächste Magazin gäbe es noch nicht, aber auch in Zukunft solle ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Journalismus und Literatur bestehen, verriet die Chefredakteurin. Drei Autoren lieferten dem studentischen Publikum eine unterhaltsame Kostprobe, nur leider fehlten in den ohnehin begrenzten Räumlichkeiten Sitzplätze und die Veranstaltung startete mit 50 minütiger Verspätung.

Morten Freidel, ebenfalls Chefredakteur bei "14magazin", begann die Lesung mit "Captain Smy", einer humorvollen Kurzerzählung, die zwischen Selbstfindung und exzessiven Party-Orgien verortet ist und sich auch im Heft findet. Mit dabei waren auch der Freiburger Student Johannes Franzen, Veranstalter von "Slam Supreme" in der MensaBar, und der Pforzheimer Lino Wirag, der sich schon mit eigenen Buchpublikationen einen Namen gemacht hat. Die Texte wurden abwechselnd gelesen, wobei in der ersten Halbzeit kleine "Verdauungspausen" für die Zuhörer fehlten. Johannes Franzen brachte mit monotoner Stimme sehr gut die Verstörtheit eines Kindes herüber, das den Vater als Muttermörder verdächtigt. Mit der Satire "Kinder in Deutschland: Zu arm zum wachsen?" fand Lino Wirag genau die richtige Mischung aus Gesellschaftskritik und bissigem Humor. Mit der Lesung gelang "14magazin" ein donnernder Startschuss, der den literarischen Anspruch des Campushefts deutlich machte.

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Autor: vas