Raubkunst in der Kunsthalle

KNA

Von KNA

Sa, 08. Dezember 2018

Kunst

Mannheim untersuchte jetzt die Graphik-Sammlung.

Die Kunsthalle Mannheim hat – nach der Gemälde- und der Skulpturensammlung – ihre Graphik-Sammlung auf unrechtmäßige Erwerbungen aus der NS-Zeit untersucht. Der Abschlussbericht dokumentiert die Herkunft von etwa 2250 Kunstwerken. Demnach gibt es bei 25 Drucken Hinweise darauf, dass die Werke Eigentümern zwischen 1933 und 1945 unrechtmäßig entzogen oder unter Zwang abgekauft wurden.

Eine Radierung, das 1874 entstandene Werk "Der Trinker" von Wilhelm Leibls, sei eindeutig als NS-Raubkunst einzustufen. Den Druck hatte die Kunsthalle 1944 von der damaligen Mannheimer "Verwertungsstelle volksfeindlichen und jüdischen Vermögens" gekauft. Die Stelle hatte Güter von Juden eingezogen und verkauft, die vor den Nationalsozialisten flohen. Laut Kunsthalle ist ungeklärt, wem das Kunstwerk ursprünglich gehörte. Alle Fakten seien künftig über die Internetseite des Museums sowie über die bundesweite zentrale Meldestelle "Lost Art" abrufbar. Dort können sich frühere Eigentümer informieren.

Bei etwa 500 Werken konnten der Verbleib und die Eigentumsverhältnisse während der NS-Zeit nicht lückenlos geklärt werden, konkrete Hinweise auf Raubkunst hätten sich aber nicht ergeben. Die Kunsthalle untersucht seit 2011 systematisch ihre Bestände auf NS-Raubkunst.