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30. Januar 2013

Kongress

Männer sehen ihren Körper als Maschine

Vorsorgemuffel? Opfer rigider Arbeitsverhältnisse? Oder vielleicht beides? Laut Statistik sind Männer das kranke Geschlecht. In Berlin suchte nun ein großer Kongress nach praktischen Ansätzen für eine bessere Männergesundheit.

  1. Hauptsache, dem Auto geht’s gut? Männer sollten mehr Vorsorge betreiben, finden die Forscher beim ersten Männergesundheitskongress. Foto: dpa

BERLIN (dpa).

Viele Männer wissen mehr über ihr Auto als über ihren Körper. "Man kennt das Vergaserproblem, aber die eigene Blutgruppe? Fehlanzeige", sagt Ingo Froböse. Dem Forscher von der Deutschen Sporthochschule Köln liegt es am Herzen, mehr Männer auf Trab zu bringen – ihrer Gesundheit zu Liebe.

Denn die Zahlen sprechen gegen das starke Geschlecht: Männer sterben früher, haben mehr Unfälle, nehmen sich häufiger das Leben, rauchen und trinken mehr als Frauen. Auf dem ersten Männergesundheitskongress des Bundesgesundheitsministeriums und der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in Berlin suchten Forscher nach Ansätzen, um diese langjährige Entwicklung zu durchbrechen.

Dabei schlagen auch tradierte Selbstbilder vielen Männern in punkto Gesundheit ein Schnippchen, betonten die Forscher. "Männer erwarten von ihrem Körper, dass er wie eine Maschine funktioniert. Erst bei Störungen wird eine Werkstatt aufgesucht", sagte BZgA-Direktorin Elisabeth Pott am Dienstag. Warnzeichen hingegen würden lange ignoriert. Dies jedoch allein den Männern vorzuwerfen, sei falsch, hielt der Medizinhistoriker Martin Dinges entgegen: "Männer sind keine Gesundheitsidioten!" Neben dem traditionellen Männerleitbild sei es vor allem das Modell des männlichen Haupternährers, das zu einer starken, einseitigen Berufsbelastung der Männer führe – und in der Folge zu ihrer geringeren Lebenserwartung. In der Tat: Verkehrsunfälle etwa, die Männer deutlich häufiger als Frauen haben, kommen verstärkt auch durch Berufsfahrten zustande. "Männer haben zudem die gefährlicheren, verletzungsträchtigeren Berufe. Wir sollten dahin kommen, dass auch Männer mehr Teilzeit arbeiten können und Platz für andere Dinge in ihrem Leben haben", sagte Dinges.

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(Vollzeit-)Arbeit dominiert aber bislang das Leben der meisten Männer – deshalb, so hieß es am Dienstag, müsse der Gesundheitsfaktor noch mehr Einzug in die Arbeit halten. "Es geht darum, mehr Bewegung in die Unternehmen zu bringen, etwa durch betriebliche Gesundheitsvorsorge", betonte Froböse. "Es wird so viel Sport geguckt wie noch nie, aber drei Viertel der Männer sind körperlich völlig inaktiv."

Passgenaue Gesundheitsangebote, das heißt für Froböse auch, richtige Verpackung: "Yoga oder Tai Chi-Kurs – das gruselt die meisten Männer. Wenn ich das aber Kraft- oder Beweglichkeitstraining nenne, machen schon mehr mit."

Autor: dpa