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15. Dezember 2008 14:39 Uhr

Frankfurter Studie

Spice enthält chemischen Wirkstoff

Mehr als nur Natur: Eine Frankfurter Pharma-Firma hat die Kräuterdroge Spice untersucht und eine chemische Substanz gefunden, die nicht als Inhaltsstoff angegeben wird. Der Anfang vom Ende für die Kultdroge.

  1. Natur pur? Ein Labor hat in Spice eine chemische Substanz aus der Arzneimittelforschung gefunden. Foto: ddp

Die als Kräutermischung verkaufte Modedroge "Spice" enthält nach einer neuen Studie der Firma THC-Pharm eine künstlich hergestellte chemische Substanz aus der Arzneimittelforschung. In den untersuchten Proben von "Spice Gold", "Arctic Synergie" und "Yukatan Fire" fanden die Wissenschaftler die Substanz JWH-018 in unterschiedlicher und stark schwankender Konzentration. JWH-018 ist ein auf chemischem Wege hergestelltes Cannabinoid, das ähnlich dem in der Cannabispflanze enthaltenen Wirkstoff Tetrahydrocannabinol (THC) von den Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn aufgenommen wird. JWH-018 besitzt eine ähnliche Wirkung wie THC, ist aber deutlich stärker.

Christian Steup, der Medizinische Leiter des Frankfurter Pharmaunternehmens THC Pharm, erklärte, der verwendete Cannabinoid-Wirkstoff sei ein recht einfach und günstig herzustellendes Mittel. Die Substanz weise keine chemische Ähnlichkeit mit dem Cannabis-Wirkstoff THC auf, wirke aber ähnlich. Der Wirkstoff sei noch nicht an Menschen erprobt worden. Da der Stoff nicht als Arzneimittel zugelassen sei, könnten Nutzer nicht wissen, ob das Mittel "rein" sei. So habe eine der sieben untersuchten Proben eine hohe Dosis an Lösungsmitteln aufgewiesen. Letztlich ist Spice eine Kräutermischung mit einem chemischen Zusatz, der ähnliche Wirkungen wie Cannabis hervorruft. Der Hersteller verspricht eine Kräutermischung, tatsächlich handelt es sich um eine getarnte psychoaktive Chemikalie.

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Bei der Präsentation der von ihr veranlassten Analyse warnte die Stadt Frankfurt am Montag vor der Mischung, die wie Hasch geraucht wird. Gesundheitsdezernentin Manuela Rottmann (Grüne) empfahl dem Bund, mögliche Verstöße gegen das Arzneimittelgesetz zu prüfen. Die Kräuter allein hätten keine Wirkung, hieß es. Die Folgen der künstlichen Substanz seien nicht abschätzbar. Nach Angaben der Stadt ist es die erste Studie, die das Geheimnis um Spice lüften konnte.

Autor: dpa/BZ