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12. August 2017

Verpflanzung von Tierorganen rückt näher

Forscher vermelden Durchbruch.

WASHINGTON (AFP). Wissenschaftler sind dem Ziel, eines Tages Tierorgane in Menschen verpflanzen zu können, einen Schritt nähergekommen. Laut einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht in der Zeitschrift Science gelang es einem Forscherteam, mit Hilfe von Gentechnik Schweine zu züchten, deren Erbsubstanz keine potenziell gefährlichen endogenen Retroviren mehr aufweist. Normalerweise tragen Schweine in ihrer Erbsubstanz als blinde Passagiere sogenannte "porcine endogene Retroviren" (PERVs), die sich auch in menschlichen Zellen vermehren können. Unklar ist, ob sich das Virus auch bei Transplantationen von Schweineorganen auf den Menschen überträgt und welche Auswirkungen dies haben könnte. Einem Team unter Leitung der Genetiker George Church und Luhan Yang von der Universität Harvard ist es nach eigenen Angaben gelungen, die DNA von Schweinezellen so zu modifizieren, dass sie keine PERVs mehr aufweisen. Damit erzeugten sie Embryonen, die frei von den Viren waren und setzten diese in Mutterschweinen ein.

Menschen können bereits mit biologischen Herzklappen von Schweinen oder Rindern leben. Doch bis zu einer Transplantation ganzer Tierorgane auf den Menschen ist es noch ein weiter Weg. So müssen die Experten noch Wege finden, Schweinegene so zu verändern, dass das menschliche Immunsystem bei Organverpflanzungen nicht mehr aktiv wird. Dies sei "eine noch größere Herausforderung", als endogene Retroviren zu deaktivieren, räumte Yang ein.

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Autor: afp