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26. März 2011

Welt der Wale

Waltourismus ist beliebt. Millionen nähern sich den Meeressäugern – nicht immer mit der gebotenen Rücksichtnahme. Ein Besuch auf Teneriffa.

  1. Menschen lieben Delfine – und denken gleich an Flipper. Tatsächlich sehen die Tiere nur so aus als würden sie lachen. Foto: gms

  2. Warten auf die Wale: Dutzende von Booten gehen vor Teneriffa auf Tour. Foto: SERGIO HANQUET/ANDREAS STREPENICK

  3. Wenn ein Buckelwal abtaucht, ragt zuletzt seine Fluke, also seine Schwanzflosse, steil aus dem Wasser. Foto: usage Germany only, Verwendung nur in Deutschland

  4. Wenn sie schon keine Wale sehen, haben Teneriffa-Touristen vom Meer aus doch wenigstens einen schönen Blick auf den Teide. Foto: -

  5. Grindwale vor Teneriffa Foto: Andreas Strepenick

Eduardo liebt es, aufs Meer hinauszufahren. Er strahlt mit der Sonne im Süden Teneriffas um die Wette, als sein Boot, ein kleiner Zweimaster, vom Kai des Hafens in Los Cristianos ablegt. "Heute werden wir Wale sehen", sagt Eduardo und wiederholt seinen Satz auf Spanisch, Englisch und Französisch. Er spricht vier Sprachen makellos, versammelt knapp zwei Dutzend Touristen auf dem Oberdeck und erklärt ihnen, was sie erwartet.

"Wir werden Wale sehen", das ist fast schon ein Versprechen auf dem Meer zwischen den kanarischen Inseln Teneriffa und La Gomera. Dutzende von Booten fahren jeden Tag hinaus auf den Atlantik, der hier bis zu 2000 Meter tief ist und die beiden Inseln voneinander trennt. Das Klima ist ganzjährig mild, kalte Meeresströme treffen auf warme, Nahrung gibt es reichlich – die Lebensbedingungen sind gut für die 400 bis 500 Grindwale, die sich hier angesiedelt haben. Man erkennt sie an ihrer stark gebogenen Rückenflosse. Ein Grindwal kann bis zu acht Meter lang werden und zweieinhalb Tonnen schwer. Auch Delfine, ganze Schwärme, leben hier. Drittens aber ist die rund 30 Kilometer breite Meeresstraße eine Art Autobahn, ein Highway für Pott- und Blauwale und andere Arten von Meeressäugern, die etwa auf dem Weg zum Golfstrom sind. "Einmal waren wir draußen und hatten gestoppt", berichtet Eduardo, "als es neben uns dunkel wurde. Ein Blauwal tauchte auf, ganz nah, vielleicht 23 oder 24 Meter lang, fast so groß wie unser Boot. Er war ganz plötzlich da, geräuschlos, schaute uns an, und dann tauchte er wieder ab."

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Eduardo erzählt die Geschichte vom Blauwal gern, denn sie war einer der Höhepunkte in den Jahren, in denen er nun schon Teneriffabesucher beim Whale Watching, bei der Walbeobachtung, begleitet und anleitet. 27 der weltweit 80 Walarten wurden im Atlantik rund um die Kanaren bereits gesichtet. Vor allem die Meerenge zwischen Teneriffa und La Gomera zählt zu den Hot Spots, den wichtigsten Anziehungspunkten für diese Art von Tourismus. Allerdings fliegen Besucher – anders als etwa nach Island oder Norwegen – nicht eigens auf die Kanaren, um Wale zu sehen. Die Meeressäuger, aus dem Lateinischen auch Cetaceen genannt, sie sind für fast alle Touristen nur eine von vielen Attraktionen, die sie in ein paar Stunden abhaken. Die meisten Ausflüge gehören zu einem Massentourismus, der sich weit weniger spektakulär vollzieht, als man es sich erträumt und als es die Bilder in den Prospekten vermuten lassen. Selten bekommt man wirklich einen Blauwal oder Pottwal zu sehen.

Eduardos Boot verlässt den Hafen, der Skipper steuert auf den Atlantik hinaus. Das 25-Meter-Schiff läuft unter Motor, denn es besitzt keine Segel. Die beiden Masten und die eindrucksvolle Takelage sind nur eine Dekoration. Das Boot schwankt heftig auf den kurzen, steilen Atlantikwellen. Ein Drittel der Passagiere wünscht sich jetzt, lieber an Land geblieben zu sein. Eduardo verteilt Tüten für diejenigen, die ihren Magen entleeren. Die Seekranken legen sich am Heck aufs Deck, dort wo es (angeblich) ein bisschen weniger schaukelt. Es werden harte Stunden für sie werden. Die Gesunden genießen die Wintersonne der Kanaren. Voraus zeichnen sich die Berge La Gomeras ab und achtern erhebt sich der Teide, der 3718 Meter hohe Vulkan und das Wahrzeichen Teneriffas. Jetzt im Dezember liegt Schnee auf dem Gipfel, der Nordwind bläst die Wolken weg. Der Schnee ist – ein seltenes Glück – tatsächlich zu sehen.

Und plötzlich auch Wale. "Backbord voraus", ruft Eduardo, das Boot stoppt sofort und setzt sich dann ganz zögerlich wieder in Bewegung. "Ein Pärchen", erklärt Eduardo. Die zwei schwarzen Grindwale, man nennt sie auch Pilotwale, tauchen auf und Sekunden später wieder ab, sie wirken ganz klein und sind kaum zu erkennen auf die große Entfernung in der unruhigen See. Die Szene wiederholt sich ein paar Mal. Der Bootsführer hält respektvoll Abstand, denn es ist verboten, den Tieren allzu nahe zu kommen, Gruppen auseinander zu reißen, sie aggressiv zu verfolgen oder – eine der schlimmsten Sünden – eine Walmutter von ihrem Kind zu trennen.

"Die kanarische Regierung hat ein sehr strenges Gesetz zur Walbeobachtung erlassen", wird Sergio Hanquet, Fotograf und Walexperte auf Teneriffa, später berichten. Hanquet weiß, dass nicht alle Skipper sich immer an die Regeln halten, "aber ich glaube, dass es trotz einzelner Verstöße immer noch besser ist, Wale zu beobachten als sie zu jagen und zu töten". Kaum haben wir das Grindwalpärchen gesichtet, verliert es sich auch schon wieder in den Weiten des Atlantiks. "Wir dürfen es auf keinen Fall jagen", bekräftigt nun auch Eduardo. Das Boot fährt vorsichtig einen Zickzackkurs, tuckert mit gedrosselter Geschwindigkeit mal in die eine, mal in die andere Richtung, und ohne dass noch groß etwas geschieht, erklärt Eduardo, "dass wir jetzt langsam in den Hafen zurückkehren werden".

35 Boote gehen auf den Kanaren bis zu dreimal täglich auf Walbeobachtungstour. Zu Spitzenzeiten sollen es sogar schon 50 gewesen sein. "Meer e.V.", eine Vereinigung zum Schutz der Wale und Delfine und ihres natürlichen Lebensraumes, schätzt die Zahl der Walfahrten auf bis zu 15 000 im Jahr. Mehr als 600 000 Touristen besteigen dabei die Boote, schätzt Fabian Ritter, der deutsche Vorsitzende von "Meer e.V.".
Das seien zwar deutlich weniger als noch zur Jahrtausendwende. Damals sollen eine Million Whale Watchers rund um die Kanaren unterwegs gewesen sein. Aber die Belastung für die Wale und Delfine sei noch immer zu groß, beklagt Ritter. "Die Regulierung durch die Regierung hat gegriffen, aber man muss betonen, dass es auch heute noch zu viele Boote und Touristen gibt."

Waltourismus war lange Zeit ein Wachstumsmarkt. Nach einer Zählung des Internationalen Tierschutz-Fonds IFAW gingen bereits im Jahr 2001 weltweit mehr als 10 Millionen Whale Watchers in 87 Ländern auf Tour. Mittlerweile wird ihre Zahl auf rund 14 Millionen geschätzt. Der IFAW sieht Walbeobachtung uneingeschränkt positiv: "Immer mehr Menschen auf der ganzen Welt beobachten voller Begeisterung Wale in ihrem natürlichen Lebensraum. An dieser Faszination möchte der IFAW noch mehr Menschen teilhaben lassen." Schließlich helfe die Beobachtung von Walen Touristen und Einheimischen "ein Gefühl für den bedrohten Lebensraum Meer zu entwickeln".

Auch Greenpeace sieht viel Gutes im Whale Watching – was im Fall der Hamburger Umweltschützer nicht verwundert, kämpfen diese doch dafür, dass Wale überhaupt erst die Chance bekommen, auf dem Planeten zu überleben: "Allein im vergangenen Jahrhundert wurden fast zwei Millionen Großwale von Menschen getötet. Viele Walarten wurden an den Rand der Ausrottung gebracht", heißt es in einer Erklärung von Greenpeace. So seien allein von mehr als 250 000 Blauwalen, die einst in den südlichen Meeren gelebt hätten, "wahrscheinlich nicht mehr als 1000 oder 2000 übrig".

Die weltweite Umwelt- und Tierschutzbewegung hat ihre Wurzeln auch im Kampf um das Überleben der Wale. Der Brite Sir Peter Scott, Mitbegründer des World Wild Fund for Nature (WWF), erklärte einmal: "Wenn wir die Wale nicht retten können, dann können wir gar nichts mehr retten." Trotz des schon 1986 umgesetzten allgemeinen Walfangverbots werden in einzelnen Ländern wie Island, Norwegen und Japan nach wie vor Wale gejagt und getötet. Begründet wird das mit Hinweisen auf die Tradition oder angebliche wissenschaftliche Zwecke. Bedroht bleiben die rund 80 Arten aber überall auf der Welt auch dort, wo sie nicht mehr geschlachtet werden. Mittlerweile leiden viele unter der schleichenden Vergiftung der Meere durch Pestizide, Schwermetalle und Öl. Auch Lärm setzt ihnen zu, verursacht etwa durch Sonarsysteme des Militärs oder Unterwasser-Schallkanonen, mit denen der Meeresboden erforscht wird.

Thilo Maack, Greenpeace-Campaigner aus Hamburg, setzt seit vielen Jahren sein Leben ein, um für den Fortbestand der Wale zu kämpfen. "Whale Watching oder Walsafaris sind – anders als Walfang – nachhaltig. Die Bestände bleiben erhalten", sagt der Meeresbiologe.

Wale und Delfine leiden auch unter der Vergiftung der Meere.

Über 1,5 Milliarden US-Dollar würden mittlerweile Jahr für Jahr mit Whale Watching erlöst, so Maack. "Es ist sicherlich die bessere Alternative zur nachhaltigen Nutzung der Wale." Natürlich dürften die Meeressäuger dabei nicht belagert und behindert werden. "Die Welt der Wale besteht aus Tönen. Wenn man sich Walschulen zu dicht nähert, dann beeinträchtigt man das Sozialverhalten der Tiere, die Kommunikation, das Jagdverhalten. Es muss sichergestellt werden, dass Beobachter die Tiere so wenig wie möglich stören." Genau das war auf den Kanaren aber zur Jahrtausendwende sehr häufig der Fall. Die Kritik am Waltourismus zwischen Teneriffa und La Gomera verschärfte sich damals so sehr, dass der Reiseveranstalter TUI Whale Watching für einige Jahre ganz aus dem Programm nahm. Nach wie vor warnt TUI vor einem Massenansturm und versucht, das Bewusstsein seiner Kunden mit Informationen zu schärfen. Wale seien gezwungen, zum Atmen an die Meeresoberfläche zu kommen, erinnert der Reiseveranstalter. Dort ruhten sie auch zeitweise, um Kraft für die Jagd in der Tiefe zu sammeln. "Werden sie dabei zu oft gestört, kann der entstehende Stress eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten, Unterernährung und höhere Sterblichkeit der Jungtiere verursachen." Dies könne langfristig dazu führen, "dass die Populationen immer kleiner werden oder in andere Gebiete abwandern". TUI wirbt mittlerweile für "sanfte Walbeobachtung" und unterstützt die Arbeit von Verbänden wie "Meer e.V." (siehe Infobox).

Die Schweizer Umweltwissenschaftlerin Silvia Frey fordert "verantwortungsvolles Whale Watching". Sie gibt zu bedenken, dass die Beobachtung von Walen und Delfinen ein Privileg sei und keine Selbstverständlichkeit. "Die Begegnung mit Waltieren sollte so behutsam sein, dass ihr Wohlergehen und natürliches Verhaltensregime nicht beeinträchtigt wird." Whale Watching sei "eine Aktivität, die wir den Tieren zumuten", schrieb die Schweizerin schon 2003 in einem Situationsbericht. Sie warnte speziell auf den Kanaren "vor einem regelrechten touristischen Ansturm auf See". Die kanarische Regierung reagierte damals auf die Kritik und regulierte den Touristenstrom zumindest in Ansätzen. Jedes Boot braucht mittlerweile eine Lizenz. Der Staat droht Veranstaltern Geldstrafen im fünfstelligen Bereich an, wenn sie sich nicht ans Gesetz halten.

Fotograf und Walexperte Sergio Hanquet auf Teneriffa gibt zu bedenken, dass es auch "seine Vorteile hat, wenn viele Touristen Wale und Delfine beobachten". Sie würden auf diese Weise "für den Lebensraum Meer sensibilisiert und helfen vielleicht in der Zukunft mit, die Meere und ihre Bewohner auf der ganzen Welt besser zu schützen." Jeder Tourist, jeder Meeresbesucher sieht beim Whale Watching in aller Regel nur sich selbst. Es interessiert ihn nicht, wie viele Touristen nach ihm kommen und wie viele vor ihm da waren. Zu den beliebtesten Hot Spots gehören neben den Kanaren und den Azoren Orte in Island, Norwegen, Taiwan, Kanada und den USA. Fast alle Touristen vertrauen sich immerhin professionellen Führern an und ziehen nicht auf eigene Faust los. Manche meinen aber auch, dass für sie eigene Gesetze gelten. Michael Schumacher, siebenmaliger Weltmeister in der Formel 1, ließ sich vor vier Jahren auf Teneriffa ein Sonderrecht gewähren. Der Rennfahrer aus Kerpen machte Urlaub und wollte zu seiner Entspannung mit Walen schwimmen gehen – eine Art der Annäherung, die seit 2002 auf den Kanaren gesetzlich verboten ist. Doch die Regierung der Inselgruppe erteilte dem weltberühmten Deutschen anstandslos eine Sondererlaubnis. "Ich wollte schon immer einmal mit Walen tauchen", gestand Schumacher. Zusammen mit seiner Familie konnte er sich seinen Kindheitstraum vor Teneriffa erfüllen.

Auf den Kanaren, aber auch in anderen Regionen, hat sich der Waltourismus längst zum Wirtschaftszweig entwickelt. Auf Island etwa stehen sich die Veranstalter von Beobachtungstouren und die Walfänger bisweilen unversöhnlich gegenüber. Längst verdienen die Isländer mit den Touristen viel mehr Geld als mit dem Schlachten von Walen. 110 000 Menschen flogen im Jahr 2009 auf die Insel, um gezielt auf Walsafari zu gehen. 80 Prozent von ihnen lehnen die Jagd auf Wale ab. Teilweise findet die Konfrontation auf engstem Raum statt. Nach einem Bericht aus dem Jahr 2009 machten Walfänger nur 10 bis 15 Meilen von einem Beobachtungsgebiet entfernt Jagd auf Zwergwale – auch auf die Gefahr hin, dass diese dem Ort der Gefahr künftig fernbleiben werden. Dabei brächten nach Berechnungen des Vereins Oceancare schon neun Touristen, die auf Safari gehen, Island dieselben Einnahmen wie ein einzelner getöteter Zwergwal.

Doch nicht nur Walfänger sind eine tödliche Bedrohung für die Meeressäuger. Zwischen den Inseln der Kanaren verkehren inzwischen zahlreiche Schnell- und Hochgeschwindigkeitsfähren mit bis zu 75 Stundenkilometern. Fest steht, dass die Zahl der Kollisionen mit Walen seit der Einführung dieser Fähren 1999 stark gestiegen ist. Auch "Meer e.V." und seine Partnerorganisation Canarias Conservacion können allerdings nicht sicher belegen, ob die Tiere erst durch die Schiffe getötet wurden oder bereits verendet waren. "Meist kollidieren die Fähren mit bereits toten Tieren, die an der Oberfläche treiben", vermutet der Fotograf Sergio Hanquet. Die kanarischen Tierschützer beklagen eine überaus karge Informationspolitik der führenden Fährbetreiber. Kollisionen würden in aller Regel weder gemeldet noch untersucht. Häufig seien es Passagiere, die nach einem plötzlichen Stopp der Boote beobachteten, wie sich das Meer blutrot färbe, und dies dann den Verbänden berichteten. "Das eigentliche Hauptproblem bleibt die Verschwiegenheit", kritisiert "Meer e.V.".

Den ganzen Tag über pendeln die Großfähren zwischen Teneriffa und La Gomera hin und her. Wir sehen sie nur aus der Ferne. Eduardo und sein Skipper machen an diesem Dezembertag alles richtig. Sie halten sich an die Regeln. Als wir schon fast wieder im Hafen von Los Cristianos sind, nähern sich noch zwei, drei Delfine, vollführen Luftsprünge und tauchen dann wieder ein in eine Welt, die nicht unsere ist, sondern ihre.

WALE SEHEN

Tierschützer werben für "Sanfte Walbeobachtung"

Tier- und Umweltschützer begrüßen Waltourismus durchaus. Die Beobachtung von Walen schärfe das Bewusstsein für den Lebensraum Meer – und dafür, wie bedroht dieser Lebensraum ist. Die Verbände setzen aber eine Reihe von Standards für eine "Sanfte Walbeobachtung". Diese setzt voraus, dass der Veranstalter sich intensiv mit dem Verhalten von Walen auseinandersetzt, auf See alle Vorsichtsmaßregeln einhält, wissenschaftliche Erkenntnisse ernst nimmt und dafür sorgt, dass seine Mitarbeiter sich regelmäßig weiterbilden. In jedem Fall solle man Angebote meiden, in denen die Sichtung von Walen garantiert wird ("keine Wale – Geld zurück"). Solche Versprechen setzten Schiffsführer nur unter zusätzlichen Druck. Sinnvoll sei es, sich Veranstaltern anzuvertrauen, die selbst mit Wissenschaftlern zusammenarbeiten und zur Erforschung der Wale beitragen. Einige Anbieter würden Forschungsprojekte in ihre Touren einbetten und ihnen einen Teil des Erlöses widmen. Seriöse Unternehmen, so Tierschützer, hielten sich an die Gesetze und achteten etwa darauf, dass sich maximal drei Boote im Umkreis von 300 Metern einer Walgruppe nähern – und das auf maximal 60 Meter mit gedrosselter Geschwindigkeit parallel zur Schwimmrichtung der Tiere. Die Regierung der Kanaren verleiht vorbildlichen Veranstaltern ein Gütesiegel, das "Blue Boat". Es zeigt zwei Grindwale auf blauem Grund. Überall auf der Welt solle man sich nicht für das billigste Angebot entscheiden, sondern für das seriöseste – etwa auch für Touren, die mit Informationsabenden verknüpft seien und in denen Touristen die Welt der Wale auf verschiedenen Wegen näher gebracht wird. Auf La Gomera etwa gibt es beispielhafte, vom Verein "Meer e.V." organisierte Projekte (Quellen: Meer e.V., Reiseveranstalter TUI, Baedeker Teneriffa).  

Autor: str

Autor: Andreas Strepenick