Forschung

Die Uni Freiburg bekommt einen Hochleistungs-Computer

Petra Völzing

Von Petra Völzing

Fr, 15. Juli 2016 um 00:01 Uhr

Südwest

In den Rechenzentren der Unis Freiburg und Tübingen schnurren zwei weitere Hochleistungsrechner.Nemo in Freiburg und BinAC in Tübingen sind Teil der Landesstrategie "Baden-Württemberg High Performance Computing".

Damit stellt das Land gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und den Universitäten die für die Forschung benötigten Rechenkapazitäten zur Verfügung. Für die beiden Neuzugänge wurden sechs Millionen Euro investiert.

"Wir erhöhen mit unserer Strategie als einziges Bundesland systematisch und gemeinsam die notwendige Rechenleistung für unsere Wissenschaft", sagte Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) bei der Einweihung. Nemo und BinAC rangieren innerhalb der Strategie in der unteren Ebene. In Karlsruhe und in Stuttgart arbeiten noch größere Rechner. Dennoch gehören die Maschinen zu den 500 leistungsfähigsten Rechnern der Welt.

Sie haben im Land auch einen besonderen Stellenwert, weil sie gezielt für ausgewählte Fachbereiche genutzt werden sollen und Forscher schon für eine Promotion Zugang erhalten können. Den Rechner in Freiburg nutzen Forscher aus den Bereichen Elementarteilchenphysik, Neurowissenschaft und Mikrosystemtechnik, der Rechner in Tübingen steht Forschern aus der Astrophysik und der Bioinformatik zur Verfügung. Die gemeinsame Nutzung fördere auch die wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Universitäten im Land, meint Hans-Jochen Schiewer, Rektor der Universität Freiburg. Er sieht in den Rechnern zudem eine Stärkung der Universität bei den kommenden Exzellenz-Wettbewerben.

Die Forscher werden auf den neuen Hochleistungscomputern vor allem aufwendige Simulationen vornehmen, ohne die Grundlagenforschung nicht mehr denkbar ist. "Wir können mit der größeren Rechenkapazität Fragen stellen, die wir uns davor nicht zu stellen getraut hätten", sagt Stefan Rotter, Direktor des Bernstein Centers der Universität Freiburg als Vertreter der Neurowissenschaft. Schon einen winzigen Teil des Gehirns zu simulieren sei sehr komplex. Markus Schumacher, Professor für experimentelle Teilchenphysik erhofft sich mit dem neuen Rechner eine schnellere Analyse der gewaltigen Datenmengen, die aus dem Teilchenbeschleuniger CERN in Genf zu verarbeiten sind.

Ohne Weiteres nutzen können die Forscher die neuen Rechner nicht. "Man muss schon wissen, wie das geht", sagt Gerhard Schneider, Direktor des Rechenzentrums. Er verwies darauf, dass Kompetenzen im High Performance Computing für die Wissenschaftler künftig wichtiger würden. In der Neurowissenschaft stehe das Thema deshalb schon auf dem Lehrplan für die Studierenden.