Entlastung für Bahn und Bus

DREIKLANG: Nicht alle zur gleichen Zeit

Daniel Gramespacher

Von Daniel Gramespacher

Sa, 22. September 2018

Baselland

Berufspendler und Schüler können ein Klagelied davon singen: Morgens, wenn alle zur Schule oder zum Arbeitsplatz fahren, sowie mittags und abends, wenn es wieder nach Hause geht, sind Busse und Bahnen meist brechend voll. Die öffentlichen Verkehrssysteme stehen unter dem Druck, genau für diese Spitzenzeiten ausreichend Kapazitäten bereitzustellen. Dünnt man den Takt davor und danach nicht stark aus, was Verlässlichkeit und Attraktivität kosten würde, sind Busse und Züge in der Folge über weite Teile des Tages häufig nur sehr gering ausgelastet. Muss das sein? Es muss nicht. Einen Ansatz für eine gleichmäßigere Auslastung hat die Fachhochschule Nordwestschweiz gefunden. Bei ihr begann diese Woche nicht nur das neue Semester; gleichzeitig wurde in Muttenz ein 300 Millionen Franken teurer Campus für rund 4500 Studenten und Mitarbeiter in Betrieb genommen. Um den damit verbundenen Großandrang in den morgens früh ohnehin vollen Zügen zu entschärfen, wurde unter anderem der Unterrichtsbeginn gestaffelt. Das ansonsten wohl unweigerliche Verkehrschaos blieb zum Start denn auch aus. Gewiss: Gestaffelter Unterrichts- und Arbeitsbeginn geht nicht überall. Es würde aber wohl lohnen, darüber nachzudenken, wann und wo es sich anbietet, das Muttenzer Beispiel nachzuahmen.